Ex-Teamchef legt sich fest

Formel 1: Schumacher oder Hamilton? Jordan nennt besten Fahrer aller Zeiten

Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton und Eddie Jordan stehen auf einem Podium und sprechen in ein Mikrofon.
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Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (li.) und Ex-Jordan-Boss Eddie Jordan.

Michael Schumacher, Lewis Hamilton oder doch Ayrton Senna? Ex-Teamchef Eddie Jordan hat seine eigene Meinung, wer der beste Formel-1-Fahrer aller Zeiten ist.

München - Rein nach Zahlen ist die Frage nach dem besten Formel-1-Fahrer aller Zeiten eigentlich recht schnell beantwortet. Zwar holten sowohl Lewis Hamilton als auch Michael Schumacher je siebenmal den WM-Titel. In allen anderen relevanten Statistiken führt inzwischen aber der Brite - in manchen davon sogar mit deutlichem Abstand. 98 Rennsiege gelangen Hamilton, 91 mal stand Schumacher ganz oben auf dem Treppchen. In Barcelona startete der amtierende Titelträger bereits das 100. Mal vom ersten Startplatz, Schumacher gelang das „nur“ an 68 Wochenenden.

Zahlenspiele allein reichen allerdings nicht aus, um eine klare Aussage zu treffen. Denn: Damit ein direkter Vergleich gezogen werden kann, müssen auch die Umstände dieser Rekorde berücksichtigt werden. Was für Schumacher spricht: Die deutsche Motorsport-Legende hatte in ihren besten Jahren nicht einmal gegen einen direkten Teamkollegen, den wichtigsten Konkurrenten eines jeden Fahrers, verloren. Hamilton hingegen zog 2011 gegen Fernando Alonso und 2016 gegen Nico Rosberg jeweils den Kürzeren.

Formel 1: Jordan sieht Hamilton vor Michael Schumacher

Der britische Ex-Teamchef Eddie Jordan versuchte sich trotz allem an einem Vergleich der beiden - und legte sich dabei auch direkt auf einen Favoriten fest. „Beide sind einzigartig, deshalb macht es mich fast schon schizophren, einen Sieger küren zu müssen. Ich entscheide mich aber für Hamilton“, sagte der 73-Jährige, der den Schumacher-Brüdern Michael und Ralf einst bei dem nach ihm benannten Rennstall Jordan den Einstieg in die Königsklasse ermöglichte, der Autobild Motorsport.

Jordan begründet seine Wahl mit den Kontroversen, die Schumachers Erfolge immer wieder begleitet hatten: „Lewis gewann seine Titel nie durch eine Kollision wie Michael 1994 in Adelaide. Lewis‘ Zeit bei Mercedes war auch nie durch Schummel-Gerüchte getrübt. Ich erinnere mich noch gut, wie sehr Michael litt, als man Benetton 1994 unterstellte, eine verbotene Traktionskontrolle benutzt zu haben. Und auch seine Zeit bei Ferrari verlief ja nicht ganz, ohne dass jemand mit dem Finger auf die Roten gezeigt hätte.“

Jordan: Senna „war ein Magier, in jeder Beziehung“

„Diese Spekulationen sollen Michaels Leistung nicht mindern“, betont er. „Beide sind ganz einfach ganz Große ihres Metiers.“ Neben Hamilton und Schumacher sieht Jordan aber noch einen weiteren ehemaligen Fahrer ganz vorne: „Ayrton Senna läuft bei mir außer Konkurrenz. Er war ein Magier, in jeder Beziehung. Er ist viel zu früh gestorben, um ihn objektiv bewerten zu können. Wäre er nicht in Imola verunglückt, hätte er seine Karriere mit viel mehr als seinen drei WM-Titeln beendet. Beweisen kann man das nicht, aber ich bin mir dessen sicher.“ (jn)

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