1000. Grand Prix der Scuderia-Geschichte

Formel 1: „Ernüchterndes“ Jubiläum für Vettel und Ferrari - Teamchef Binotto fällt vernichtendes Urteil

Dass es beim Ferrari-Jubiläum kein gutes Ende geben würde, war vor dem Mugello-Rennen bei der Scuderia klar. Trotzdem giftete Mattia Binotto gegen seine Fahrer.

  • Beim Großen Preis der Toskana in Mugello lief für Ferrari erneut nur weniges nach Plan.
  • Sebastian Vettel und Charles Leclerc zeigten keine ansprechende Leistung.
  • Ferrari-Teamchef Mattia Binotto wählte in einem Interview harte Worte.

Mugello - Bei Ferrari hatte man sich obgleich der anhaltenden Durststrecke mehr aus dem Heim-Rennen in Italien erwartet, zumal ein echtes Jubiläum gefeiert wurde. Beim 1000. Grand Prix, an dem die Scuderia teilnahm, spielten beide Piloten erneut nur Nebenrollen, während andere auf dem Podium feierten. Teamchef Mattia Binotto äußerte sich in neuer Härte zu seinen glücklosen Fahrern.

Formel 1: Vettel und Leclerc enttäuschen erneut - „Hart und ernüchternd“

Obwohl acht der zwanzig Fahrer während des Rennens ausschieden, konnten sich beide Ferrari-Lenker bis zum Ende halten und hatten dabei auch das Glück, in keinen Unfall verwickelt worden zu sein. Die wenigen tausend Tifosi, die dem Rennen am Sonntag etwas Stimmung verliehen, sahen dennoch weiterhin nur wenige Highlights von Charles Leclerc oder Sebastian Vettel.

„Es gab hier nicht viele Autos, die langsamer waren. Das ist hart und ernüchternd“, musste Vettel direkt nach dem Rennen eingestehen. Er selbst hatte „keine Lust, das ganze Rennen zu beschreiben“ und bemängelte die Geschwindigkeit seines Wagens. In seinem knatterndem SF1000 holte Vettel zumindest noch den zehnten Platz, sein Kollege Leclerc konnte mit seinem achten Platz nur vier Zähler sammeln. Erster wurde Rekordjäger Lewis Hamilton, der den 90. Sieg seiner Karriere perfekt machte und beim kommenden Rennen in Sotschi mit Michael Schumacher und seinen 91 Siegen gleichziehen könnte. Schumachers Sohn Mick sorgte als Einziger im Ferrari für positive Schlagzeilen in Mugello.

Ferrari-Zoff: „Gesamtes Projekt umdenken“ - Binotto mit Kritik am „Projekt“ Ferrari

Ferrari fuhr fast das gesamte Rennen lang hinterher. Vettel scheint sich wohl aufgrund seines seit Donnerstag offiziell bekannten Wechsels ins neue Aston-Martin-Team mental abgekapselt zu haben. Vettels neuer Rennstall, der derzeit noch unter dem Namen Racing Point an den Start geht, war am Sonntag deutlich stärker als Ferrari. Der Mexikaner Sergio Perez, der für Vettel aus dem Team weichen muss, wurde Fünfter in Mugello. Mercedes-Teamchef Toto Wolff profitiert sehr vom Vettel-Deal.

„Uns fehlt die Geschwindigkeit, wir verschleißen die Reifen zu schnell“, versuchte Binotto das Versagen seines Rennstalls zu erklären. Doch im nächsten Satz offenbarte er, wie viel bei im italienischen Traditions-Rennstall derzeit schief läuft. „Es ist das gesamte Projekt, das wir überdenken müssen“, gestand Binotto, der von „fundamentalen Problemen“ sprach. Ein hartes Urteil für beide Fahrer, die eine zentrale Rolle im „Projekt“ Ferrari spielen. Ferrari wird das 1000. Rennen seiner Geschichte wohl so schnell wie möglich vergessen wollen. (ajr)

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