Silberpfeile offenbar vor komplizierter Saison

Formel 1: Vettel bald auf Weltmeister-Kurs? Mercedes-Boss Wolff macht nebulöse Andeutungen

Mercedes-Boss Toto Wolff im Gespräch mit Sebastian Vettel.
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Mercedes-Boss Toto Wolff im Gespräch mit Sebastian Vettel.

Formel 1: Sehen wir Sebastian Vettel bald wieder jubeln? Mercedes-Sportchef Toto Wolff äußerte sich nun etwas überraschend ob der anstehenden Saison.

  • Mercedes geht als Titelverteidiger in die Saison 2021.
  • Boss Toto Wolff machte zum Jahresauftakt einige überraschende Andeutungen.
  • Bröckelt die Dominanz der Silberpfeile? Und darf Sebastian Vettel vielleicht wieder auf Siege in der Formel 1 hoffen?

Brackley - Seit 2014 dominiert das Traum-Duo Mercedes und Lewis Hamilton die Formel 1 nach Belieben. Angeführt von Toto Wolff holte das Werksteam mit ihrem Ausnahme-Fahrer am Steuer sieben Weltmeistertitel in Folge. Hamilton musste sich nur 2016 mit dem zweiten Platz in der Fahrerwertung begnügen. Bezeichnend: Der Titel ging in diesem Jahr an seinen Teamkollegen Nico Rosberg.

Das schnellste Auto, ein eingespieltes Team und auf 2022 verschobene Regeländerungen: Auch wenn die Ausgangslage für die Saison 2021 nach dem achten Titel in Folge klingt, müssen die Silbernen noch an einigen Stellschrauben drehen.

Mercedes-Boss Toto Wolff: 2021 wird „gewaltige Aufgabe“ für Mercedes

Im Autosport-Magazin bremst der Österreicher die Erwartungen an einen spielerischen Weltmeistertitel 2021. Mercedes erwarte ein „Erdbeben“, das die Regeländerungen für die Saison 2022 hervorrufen. Obwohl die Silberpfeile in den letzten Jahren kontinuierlich das schnellste Auto stellten, macht sich der Motorsport-Chef Sorgen um die Zukunft.

Es gebe „Faktoren, die gegen uns arbeiten“, so Wolff. Mit dieser Aussage könnte Wolff auf die weitreichenden technischen Veränderungen der Autos ab der Saison 2022 abzielen, die die Dominanz der Mercedes-Boliden potentiell brechen könnten. Doch nicht nur technische Änderungen vergrößern die Sorgenfalten der Mercedes-Führung.

Einschneidende Budget-Kürzungen zwingen das Werksteam zu weiteren Veränderungen. Wie Wolff resümiert, werde es eine „gewaltige Aufgabe“ für Mercedes: „Für uns wird es ein interessantes Jahr, weil wir uns neu strukturieren müssen“, ließ Wolff das Autosport-Magazin wissen.

Sebastian Vettel im Aston Martin: Hoffnungen auf Top-Platzierung?

Nach dem sechs Jahre andauernden Missverständnis mit Ferrari will Sebastian Vettel in der Saison 2021 zu alter Stärke in der Formel 1 zurückfinden. Der 33-jährige Heppenheimer steigt in neuen Farben, neuem Team und vor allem neuem Auto in die neue Saison ein. Mit Aston Martin suchte sich Vettel ein Team, dessen Ambitionen weit über das des Vorgänger-Rennstalls Racing Point hinausgehen. Und wenn Wolff am Mercedes-Himmel möglicherweise dunkle Wolken aufziehen sieht - vielleicht hat der Deutsche ja urplötzlich wieder Chancen auf den Titel?

Von Vettels neuem Arbeitgeber vernimmt man jedenfalls selbstbewusste Töne: Man habe Vettel aufgrund seiner „Siegermentalität“ ins Team geholt. Ein Rennstall, der sich mit einer Mittelfeldplatzierung zufrieden gibt, klingt anders. Beobachter erwarten außerdem, dass sich Vettel mit den zuletzt enttäuschenden Platzierungen nicht zufrieden gibt. Teamchef Otmar Szafnauer setzt große Hoffnungen in den Ex-Champion: „In Sebastian haben wir einen anerkannten viermaligen Weltmeister, der Erfahrung darin hat, (...) Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu kämpfen.“ Schafft es Sebastian Vettel nach seinem letzten Titel 2013 auf den Formel 1-Olymp zurück? An den Ambitionen seines Teams sollte es nicht scheitern. Und die Wolff-Aussagen dürften deutsche Fans wohl ebenfalls etwas träumen lassen.

Lewis Hamilton: Mercedes-Vertragsverlängerung weiter ungewiss

Die wichtigste Personalie ist bei den Silberpfeilen nämlich auch noch nicht geklärt: Bleibt Lewis Hamilton oder nicht? Für seine Verdienste in Sport und Gesellschaft von der Queen zum Ritter geschlagen, sorgt der Brite seit seinem Premierentitel mit McLaren 2008 für Furore. Mit seinem Wechsel zum Mercedes-Werksteam machte Hamilton den nächsten Entwicklungsschritt, sodass Vergleiche zum eigentlich unantastbaren Michael Schumacher laut wurden. Der 36-jährige Engländer zog in der vergangenen Saison sogar mit Schumacher gleich: Beide Rennfahrer haben sieben Titel auf dem Konto.

 „Ich plane, hier zu sein, ich möchte hier sein“, ließ Hamilton nach dem Saisonabschluss 2020 die Medienvertreter wissen. Für den amtierenden Weltmeister könnte in der Saison 2021 mit Mercedes ein Traum in Erfüllung gehen: Kein anderer Fahrer hat acht Weltmeistertitel gewonnen. Trotzdem zögert Hamilton. Spekuliert wird über Uneinigkeiten bei Gehalt, Vertragslaufzeit und Hamiltons Engagement außerhalb des Rennzirkus. Der Formel 1-Pilot betätigt sich als Modedesigner, Influencer und Aktivist. Für Mercedes wäre der Abgang Hamiltons eine Katastrophe, da sie den besten Fahrer des Feldes kurz vor Saisonstart ersetzen müssten. Die Mitbewerber im Formel-1-Kosmos betrachten die Vorgänge bei Mercedes interessiert, werden doch spätestens 2022 die Karten neu gemischt.

Formel 1: Mick Schumacher vor Premieren-Saison mit Haas

Für Mick Schumacher hingegen steht seine erste Saison als Formel 1-Pilot an. Der Sohn der Ferrari-Legende Michael Schumacher geht im Haas auf Punktejagd. Der Formel 3- und Formel 2-Champion will nun auch in der Königsklasse sein Können unter Beweis stellen, nachdem er sich auch in der Ferrari-Akademie verdient gemacht hat. Das US-amerikanische Haas Team startete 2016 in der Formel 1 und war seitdem für einige Überraschungen gut. (SID/dpa/jf)

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