Das Geheimnis der roten Bullen

+
Motorsport Legende Strietzel Stuck.

München - Sebastian Vettel hat seinen WM-Titel verteidigt und sein Team Red Bull hat auch die Konstrukteurswertung gewonnen. In der tz-Experten-Kolumne erklärt Motorsport-Legende Strietzel Stuck den Erfolg.

Als ich die jubelnden Red-Bull-Leute in Korea erlebt habe, ist mir wieder bewusst geworden, was Dietrich Mateschitz mit seinem Rennstall geleistet hat. Ich weiß noch, wie die anderen gelächWarum Vettels Team so -erfolgreich ist elt haben, als Red Bull damals Jaguar gekauft -hatte und als Party-Truppe galt, die ihre Models durchs Fahrerlager jagte. Jetzt lacht keiner mehr. Die Konzerne in Stuttgart, Maranello oder Paris müssten eigentlich die Fließbänder aus lauter Demut vor Red Bull für einen Tag anhalten.

Der Traum von Mateschitz hat System. Er stellte das Geld zur Verfügung, das man braucht, um den Traum vom Siegen zu leben. Dann engagierte er Schlüsselfiguren, die für ihn die Idee umsetzten. Dazu gehört sein Motorsportchef Helmut Marko. Der holte sich Designer Adrian Newey und installierte den jungen Christian Horner als Teamchef, der sich mit Newey schnell anfreundete und ihm die Freiheit ließ, die eigenbrötlerische Genies einfach brauchen. Bei McLaren-Mercedes hatte man dem Daniel Düsentrieb der Formel 1 am Ende einfach die Luft zum Atmen genommen.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Newey ist aber nicht alleine der Schlüssel zum Erfolg. Der Brite durfte die richtigen Leute um sich -versammeln, die seine genialen Ideen umsetzen konnten. Schlüsselfiguren waren auch Gerhard Berger, Franz Tost oder Ingenieur Giorgio -Ascanelli, die im Juniorteam Toro-Rosso-Fahrer ausbildeten. Sehe ich mir die Truppe an, schaue ich fast nur in glückliche Gesichter. Denen macht die Mörderarbeit tierisch Spaß, die wollen mit Sebastian weitere Titel einfahren. Ferrari, Mercedes & Co. werden es schwer haben - Chapeau, lieber Dietrich Mateschitz.

Von Strietzel Stuck, Motorsport-Legende

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

Niki Lauda: Zwischenfälle bei Trauerfeier am Sarg sorgten für Entsetzen - Todestag am 20. Mai
Niki Lauda: Zwischenfälle bei Trauerfeier am Sarg sorgten für Entsetzen - Todestag am 20. Mai
Formel-1-Comeback? Ex-Weltmeister Fernando Alonso äußert sich - Berater: „Fernando ist motiviert“
Formel-1-Comeback? Ex-Weltmeister Fernando Alonso äußert sich - Berater: „Fernando ist motiviert“
Sebastian Vettel: Formel-1-Aus bei Ferrari - gehen dem Weltmeister die Optionen aus?
Sebastian Vettel: Formel-1-Aus bei Ferrari - gehen dem Weltmeister die Optionen aus?
Michael Schumacher: Foto von Formel-1-Legende veröffentlicht - „Haben ihn getroffen, er ...“
Michael Schumacher: Foto von Formel-1-Legende veröffentlicht - „Haben ihn getroffen, er ...“

Kommentare