Großer Preis von Belgien: Kampf auf Augenhöhe

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Sebastian Vettel grübelt, ob ihm die Konkurrenz noch gefährlich werden kann.

München - Jenson Button und Fernando Alonso haben in den vergangenen Rennen den Rückstand auf Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel verkürzen können. Können Ferrari und McLaren Vettel noch gefährlich werden?

Zuerst radelte er in Mallorca, dann fuhr er Wasserski auf der Jacht von F1-Boss Bernie Ecclestone vor der Küste Kroatiens, schließlich fuhr er zum Spaß ein paar Kartrunden in Kerpen. Weltmeister Sebastian Vettel kommt nach der Sommerpause mit frisch vollgetankter Seele nach Spa, um seiner Mission Titelverteidigung beim Großen Preis von Belgien Nachdruck zu verleihen. Aber wenn er wieder auf der Rennstrecke steht, dann wird er erneut dieses Bild von Budapest im Zielbereich vor Augen haben: Als er sich den Sieger-McLaren von Jenson Button und den drittplatzierten Ferrari von Fernando Alonso ganz genau anschaute.

Diese Gegner sind Vettel in den vergangenen Rennen auf die Pelle gerückt. Ferrari hat das Auto nach anfänglichen Schwierigkeiten endlich in die richtige Richtung entwickelt und ist in Rennabstimmung mit vollen Tanks auf Augenhöhe mit Red Bull. Im Qualifying fehlen dagegen laut Fernando Alonso noch zwei Zehntel auf den „Super Bullen.“ Großes Plus der Roten: Im Rennen geht der Ferrari sehr sanft mit den Reifen um und legt zu, je länger das Rennen dauert.

Sebastian Vettel: Der Weltmeister ohne Helm

Sebastian Vettel könnte auch als Model arbeiten. Doch der Sonnyboy ist einfach zu schnell - und hat sich daher für eine Rennfahrer-Karriere entschieden. Zum Leidwesen vieler Frauen, schließlich trägt er bei der Arbeit meist einen Helm. Zum Glück zeigt sich der Heppenheimer auch oft genug anders. Hier sehen Sie Bilder des flotten Fahrers - allesamt garantiert ohne Helm. © Getty
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McLaren erscheint sogar noch gefährlicher. Fortschritt durch Rückschritt – dadurch ist McLaren jetzt auf Augenhöhe mit Red Bull. Soll heißen: McLaren hat keine neuen Teile mehr am Auto ausprobiert, sondern sich ganz auf das optimale Verwerten der alten, aber bekannten Parts konzentriert. „Dadurch“, sagt Ex-Weltmeister Jenson Button, „holen wir jetzt das Maximum aus dem Auto heraus.“ Red-Bull-Designer Adrian Newey hat für den Bergkurs in den Ardennen den Wagen noch mal geändert. Teamkollege Webber konkretisiert: „Besonders beim Start müssen wir uns verbessern. Da sind McLaren und Ferrari besser.“ Ein neuer Unterboden und dafür passende Radaufhängungen sollen den Red Bull pro Runde zusätzlich nicht nur zwei Zehntel pro Runde schneller machen –, sondern das Verhältnis zu den Pirelli-Reifen verbessern – darin hatte Red Bull die vergangenen drei Rennen einen kleinen Nachteil.

Für Vettel gilt sowieso nur eins: Volle Attacke – egal, wie groß der Vorsprung in der WM sein mag. „Ich will in Spa gewinnen“, sagt er. Und: „Ich will eigentlich jedes Rennen gewinnen und fahre nicht, um meinen Punktevorsprung in der WM zu verwalten.“ Der allerdings ist riesig. 85 Punkte Vorsprung hat der Red-Bull-Pilot nach elf Rennen auf seinen Teamkollegen Mark Webber. Anders ausgedrückt: Er könnte drei Rennen aussetzen und wäre immer noch vorne, da es ja 25Punkte für den Sieg gibt. Vettels Vorsprung ist damit immerhin der drittgrößte Vorsprung der Formel-1-Historie. Nur Michael Schumacher mit Ferrari 2004 und Nigel Mansell (Williams) 1992 hatten nach elf Saisonrennen die Nase noch weiter vorne. Aber die hatten nicht so viele Gegner, die sich gegenseitig die Punkte abnehmen – und Weltmeister wurden sie trotzdem…

Ralf Bach

Quelle: tz

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