Surf-Verbot für Ricciardo und Vettel

Hai-Alarm bei Red Bull

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Surfen verboten, ­Angeln erlaubt: ­Sebastian Vettel und ­Daniel Ricciardo (Foto).

München - Unglaublich, aber wahr: Bei Red Bull herrscht jetzt Hai-Alarm! Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo dürfen in ihrer Freizeit ab sofort nicht mehr surfen.

Grundsätzlich dürfen die beiden Piloten Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo in ihrer Freizeit alles: Motocross fahren, Skifahren, sogar Fallschirmspringen. Nur eines nicht: Surfen vor der Küste von Perth. Diese Verbotsklausel ließ Red Bull in die Fahrerverträge setzen. Wegen Ricciardo. Der Sunnyboy aus Perth ist passionierter Surfer, jetzt muss er darauf allerdings verzichten. Red-Bull-Motorsportcef Helmut Marko zur tz: „Gerade in den Gewässern von Perth gibt es viele Haiunfälle mit Surfern. Deshalb ist es zu gefährlich.“

Sonst ist aber nichts verboten, sagt Marko: „Wir haben zwar schon mal darüber nachgedacht, entsprechende Risikosportarten im Vertrag zu verbieten, sind aber zum Schluss gekommen, dass wir nur an die Vernunft der Fahrer appellieren.“ Ausnahme: an Rennwochenenden. Marko: „Da dürfen sie im Prinzip gar nichts…“

Vettel verzichtet ohnehin auf das Vergnügen, wenn es ihm zu gefährlich wird. So wie im Sommer 2013, als Vettel es ablehnte, im Rahmen eines Infiniti-Events auf der Rennstrecke Paul Ricard in Südfrankreich mit einem alten Formel-1-Dreisitzer zu fahren. Aus Sicherheitsgründen. Vettel: „Die Fahrt würde zwar Spaß machen. Im Falle eines Unfalls wären aber sowohl ich als auch die Beifahrer nicht gut genug geschützt.“

Bei Ferrari, McLaren und Mercedes gelten übrigens ähnliche Regeln wie bei Red Bull. Adrian Sutils Manager Manfred Zimmermann erklärt aber: „Je höher dein Status als Fahrer ist, desto mehr Selbstbestimmung hast du.“ Kimi Räikkönen darf daher weiter Schneemobil und Motocross fahren, obwohl er sich dabei schon mal verletzt hat. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali: „Verletzen kann man sich auch bei einem Treppensturz. Wir trauen unseren Piloten zu, selbst entscheiden zu können, was gefährlich ist und was nicht.“

Lewis Hamilton twitterte ein Video von einer wilden Snowmobilfahrt. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff sagte dazu auf Nachfrage: „Natürlich kann man Verbote von gefährlichen Sportarten reinschreiben lassen. Aber wir reden hier von Formel 1. Wo fangen da andere gefährliche Sportarten an, wo hören sie auf?“

Bei den kleineren Teams sieht das anders aus. Hier existieren extreme Risikoklauseln. Die Verbote bei Sauber beispielsweise: Skifahren, Motorrad und Motocross, Fallschirmspringen, Paragliding, Bergsteigen und Freeclimbing. Zudem ist es den Piloten untersagt, an Motorsportaktivitäten teilzunehmen, die nichts mit der Formel 1 zu tun haben. Sogar Fußballspielen ist nicht erwünscht, wenn auch erlaubt. Nico Hülkenberg (Force India) hat daher Tennis zu seiner Lieblingssportart erkoren. Problem: Selbst da kann etwas passieren. Ex-McLaren-Star Juan Pablo Montoya fiel 2005 nach Teamangaben zwei Rennen lang aus, weil er sich beim Tennisspielen an der Schulter verletzte.

Ralf Bach

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Quelle: tz

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