Vor Michael muss man den Hut ziehen

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Jacques Villeneuve

München - Auf der Rennstrecke waren sie erbitterte Rivalen. In seiner tz-Experten-Kolumne spricht Jacques Villeneuve über die Duelle auf der Strecke.

Michael Schumacher hat sieben Titel gewonnen. Davor kann man nur den Hut ziehen. Na klar, einige davon waren vielleicht umstritten, aber was zählt, ist auf dem Papier.

Ich erinnere mich gerne an unsere Duelle zurück. Den ersten Zweikampf hatten wir in Estoril 1996, und einige Leute sagen, das war der Auslöser für unsere Kollision ein Jahr später. Jerez 1997, das war ein spezielles Überholmanöver. Es brachte mir den Titel, weil er sich mit seinem Crashversuch aus dem Rennen bugsiert hat. Eigentlich gab es keinen Weg an ihm vorbei. Ich habe es trotzdem versucht. Und heute verrate ich es: Ich habe gewusst, dass er versuchen würde, mich abzuschießen, ich war vorbereitet. Warum? Ich habe das Formel-3-Finale 1990 in Macao gesehen. Da hat er mit Mika Häkkinen dasselbe gemacht. Und natürlich hätte ich die Kurve ohne seinen Schubser nie gekriegt, und er blieb im Kiesbett stecken!

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre. © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

Was mich damals auf die Palme brachte, waren die Fotos, die er hinterher an die Medien gegeben hatte. Er war plötzlich auf meiner WM-Party aufgetaucht. Das war okay. Aber er gab Fotos von uns beiden an die Presse, um zu zeigen, dass wir Freunde sind. Das fand ich sch... Was er heute leistet, ist beeindruckend. Michael fährt die beste Saison seit seinem Comeback. Aber wissen Sie was? Er fährt besser, seit er mit meinem ehemaligen Renningenieur Jock Clear zusammenarbeitet. Das zeigt, dass du da draußen nicht allein sein kannst. So hatte es Michael bei Benetton und Ferrari, und so hat er es jetzt wieder. Gratulation zum 300.!

tz

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