"Kimi Räikkönen zu Red Bull? Das ist Blödsinn!"

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Vettels Motorsportchef Helmut Marko (l.) bekommt eine Dusche ab

Silverstone - Mark Webber ist drauf und dran, sich im Stallorder-Zoff selbst aus dem Cockpit für 2012 zu schießen. Den Gerüchten um Kimi Räikkönen als Nachfolge-Kandidaten erklärt Helmut Marko im Gespräch mit der tz eine klare Absage.

Wenn Webber nicht mehr die Kurve kriegt, muss Ersatz als Kollege für Sebastian Vettel her. Immer wieder macht eine Rückkehr von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen in die Formel 1 die Runde – aber daraus wird nichts! Dr. Helmut Marko, Motorsportchef bei Red Bull, schüttelt nur den Kopf. „Kimi ­Räikkönen ist und wird für uns kein Thema sein, das ist definitiv. Er wird nicht bei Red Bull fahren. Die Gerüchte sind an den Haaren herbeigezogen und totaler Blödsinn“, sagt er der tz.

Red Bull hat andere Pläne, als den Rallye-Freak zurück auf den Asphalt zu holen. Marko: „Wir haben unsere Junioren, von denen einer Mark Webber bei Red Bull ersetzen soll, wenn er so weit ist.“ Drei davon fahren in der Formel 1, alle drei machen sich Hoffnung, in Zukunft bei Red Bull zu fahren. Beim Red-Bull-Schwesterteam Toro Rosso sind im Moment der Spanier Jaime Alguersuari (21) und der Schweizer Sebastian Buemi (23). Alguersuari steigerte sich in den letzten beiden Rennen, holte zweimal hintereinander Punkte. Er liegt mit neun Zählern auf Rang 13 der WM-Tabelle. Buemi hatte nach starkem Beginn in letzter Zeit Pech, indem er öfters in unverschuldete Kollisionen verwickelt war. Er rangiert derzeit mit acht Punkten auf Platz 15.

Heißester Kandidat ist aber der Australier Daniel Ricciardo. Der 22-Jährige wurde erst zu Lernzwecken als „Freitagspilot“ für Toro Rosso eingesetzt und ist jetzt Einsatzpilot beim spanischen Hispania Racing Team (HRT). Red Bull gab HRT Geld, damit Ricciardo dort den Inder Narain Kartikeyan ersetzt – mit Ausnahme des Debütrennens in Indien am 30. Oktober, wo der Inder aus PR-Zwecken noch mal für einen GP ins Cockpit steigt. Und dann gibt’s noch eine Variante: Red Bull lässt Gras über den Stallorderstreit wachsen und verlängert mit Webber für ein Jahr. Und falls das mit Webber überhaupt nicht mehr geht, gibt es noch eine letzte Alternative: Nico Hülkenberg (22). Der Youngster aus Emmerich ist zwar keiner aus dem Red-Bull-Nachwuchsprogramm, aber das war Webber auch nicht. Und „Hulk“ verfügt über ein Jahr Formel-1-Erfahrung bei Williams, schaffte im Regen von Brasilien sensationell eine Pole Position und musste nur weichen, weil Williams Bezahlfahrer Pastor Maldonado für 20 Millionen Euro ins Cockpit setzte. Viele Varianten also – nur Kimi spielt keine Rolle. Der fährt weiter Rallye.

Ralf Bach

Quelle: tz

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