"Mal richtig räubern"

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Sebastian Vettel (Mitte) am Donnerstag auf dem Circuit de Catalunya

Barcelona - Hier schreibt der amtierende Formel-1-Weltmeister! Sebastian Vettel erklärt für die tz den Circuit de Catalunya und erklärt, worauf es bei dem Rennen ankommt.

Es gibt keinen Kurs, den wir so im Schlaf fahren können wie die Strecke in Barcelona. Es ist die Teststrecke der Formel 1, der Prüfstein für ein Formel-1-Auto. Das liegt daran, dass der Kurs alle Arten von Kurven hat, die es gibt. Ultraschnelle Ecken, mittelschnelle Kurven, aber auch langsame Schikanen. Das heißt: Ein Auto, das in Barcelona schnell ist, ist gut, besonders von der Aerodynamik her. Der Topspeed beträgt übrigens 308 km/h. Die erste Überholmöglichkeit ergibt sich schon nach der Zielgeraden vor Kurve 1. Die ersten beiden Kurven musst du richtig gut erwischen, um danach die langgezogene Kurve 3 optimal fahren zu können. Diese Ecke macht extrem viel Spaß, wenn dein Auto gut liegt. Am Ende kommt eine Spitzkehre, wo du sensibel bremsen musst. Dadurch, dass es bergab geht, bleiben gerne die Vorderräder stehen. Eine der Schlüsselstellen ist die sehr schnelle Campsa Kurve. Der Grund: Sie führt auf die so genannte Nissangerade – und an deren Ende, vor der engen La Caixa-Kurve, kann man überholen. Dazu musst du aber die Campsa voll fahren, damit du genügend Schwung auf die Gerade mitnimmst.

Wichtig ist in Barcelona, dass dein Auto nicht untersteuert, also nicht zu sehr über die Vorderräder schiebt. Dann verliert man extrem viel Zeit. Aber in der letzten Schikane räuberst du mal voll über die Randsteine, damit du vor der Zielgerade früh aufs Gas gehen kannst.

2010 hatte ich ein schwieriges Rennen hier. Es ging eine Menge schief, am Ende war ich froh, als Dritter noch auf dem Podium gestanden zu haben. Mitten im Rennen hatte sich eine Bremse verabschiedet. Plötzlich ging es geradeaus ins Kiesbett. Danach bin ich sofort an die Box, wo man aber auf die Schnelle das Problem nicht beheben konnte. Ich sollte zwar aufhören, aber ich habe versucht, mit dem Motor zu bremsen. Die dadurch verlorene Zeit musste ich mit viel Risiko in den Kurven wieder herausfahren – ich wurde noch Dritter! Man darf eben nie aufgeben!

Sebastian Vettel

Quelle: tz

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