Schnell - und doch meist erfolglos

Mercedes mit Bullenkopie

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Nico Rosberg

Budapest - An sich ist der Mercedes richtig schnell – und zwar, weil die Ingenieure das legendäre Red-Bull-System kopiert haben. Doch es bringt den Silberpfeilen meist zu wenig.

Die Silberpfeile fliegen wieder! Das Problem: Sie landen auch viel zu schnell… Auch beim GP von Ungarn (Sonntag, 14 Uhr, RTL und Sky) könnten die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton ganz vorne in der Startaufstellung stehen, um im Rennen dann durchgereicht zu werden. Zumal es extrem heiß wird – und das verschärft die Reifenprobleme, von denen die Silberpfeile regelmäßig ausgebremst werden.

Für Rosberg bleibt es „die große Frage, warum es bei uns bei Hitze nicht so funktioniert“. Klar ist allen im Team, dass die Reifen dabei eine Schlüsselrolle spielen. Umso nachteiliger, dass Mercedes beim jüngsten Test in Silverstone ausgeschlossen war und so die neue Pirelli-Varianten erst am Freitag im Training erstmals fahren durfte. „Pirelli hat uns ein paar Informationen gegeben, aber das hilft uns natürlich nicht entscheidend“, meinte Rosberg.

Und Teamchef Ross Brawn fürchtet ebenfalls, dass die Reifenfrage bei der Hitze in Budapest „erneut von besonderer Bedeutung sein wird“.

Immerhin: An sich ist der Mercedes richtig schnell – und zwar, weil die Ingenieure das legendäre Red-Bull-System kopiert haben! Es geht um die so genannte Anstellung. Das heißt: Der Red Bull fährt vorne mit deutlich weniger Bodenfreiheit als hinten. Dadurch wird das ganze Auto zum Diffusor. Red-Bull-Cheftechniker Adrian Newey hat das schon in seiner Zeit bei Williams und McLaren praktiziert. In der Gegenwart war der Red Bull immer das einzige Auto im Feld, das vorne tiefer in den Federn steht als hinten. Jetzt kam heraus: Auch Mercedes hat das nun versucht, darum ist der Silberpfeil in diesem Jahr so schnell!

Ex-Jordan-Technikchef und BBC-Experte Gary Anderson (62) erklärt den Vorteil: „Der ganze Unterboden arbeitet wie ein riesengroßer Flügel. Unten strömt die Luft schneller durch als oben herum. Das generiert einen Unterdruck und somit Abtrieb.“ Netter Nebeneffekt insbesondere für das zu Saisonbeginn durch starken Reifenabbau gebeutelte Mercedes-Team: „Viel Bodenfreiheit an der Hinterachse bedeutet gleichzeitig mehr Federweg“, so Anderson. „Das verbessert die Traktion und entlastet gleichzeitig die Hinterreifen.“

Bereits bei den Wintertests hatte Mercedes mit dem Anstellwinkel experimentiert – aber da war es nicht so heiß…

Ralf Bach

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Was gehört zum Imperium von Dietrich Mateschitz? Er besitzt rund zwei Dutztend Unternehmen: Restaurants, Baufirmen, eine Formel-1-Rennstrecke, einen Flugplatz sowie Hotels. Privat gehört ihm auch ein Militärjet sowie die ehemalige DC 6 von Marschall Tito. Ein Teil der Markenstrategie des Österreichers ist außerdem das Sponsoring von Trend-, Event-, aber auch Rennsportarten. Mateschitz besitzt zwei Auto-Rennställe, darunter das Formel-1-Team mit Sebastian Vettel. © dpa

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