Schumi, ich kann dich verstehen!

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Mika Häkkinen kann den Rückzug von Michael Schumacher aus der Formel 1 verstehen.

München - In seiner tz-Experten-Kolumne zeigt Ex-Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen Verständnis für den Rückzug von Redkordchampion Michael Schumacher.

Es ist schade, dass Michael (vorläufig?) endgültig aufhört, aber ich kann ihn voll verstehen. Leere Batterien? Das kenne ich nur zu gut.

Ich mochte mich bei meinem Rücktritt 2001 auch nicht mehr motivieren, denn der Druck, besonders im Duell mit Schumacher, war so stark. In Spa beim legendären Überholmanöver musste ich das erste Mal über eine Grenze gehen, über die ich nicht gehen wollte. Wenn du bei über 300 aufs Gras fahren musst, ist das ­Limit ganz einfach überschritten.

Ich hatte mit Michael tolle Rennen, Spa war nur eines davon. Es hat aber nie Kollisionen gegeben. Ich würde nicht sagen, dass es ein ­Gentlemen-Rennfahren war. Aber wir haben uns gegenseitig respektiert, da gab es keine schmutzigen Tricks. Daher habe ich viele schöne Erinnerungen an Michael.

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre. © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

Wir sind uns schon früh begegnet und da hat sich herauskristallisiert, dass wir beide Konkurrenten in der Formel 1 werden können. Eines der ersten Duelle gab’s beim Prestige-Rennen in Macao am Ende der Formel-3-Saison. Ich gewann den ersten der beiden Läufe vor Michael und brauchte im zweiten Rennen nur knapp hinter ihm zu fahren, um die Gesamtwertung zu gewinnen. Und was machte ich? Ich wollte ihn dummerweise überholen, es gab eine Kollision, ich war draußen, er gewann.

Dass Michael sich entschlossen hat, nach seinem Rücktritt 2006 ein Comeback zu starten, ist bewundernswert. Die Fragen, die ich mit „Nein“ beantwortet habe, beantwortete er Ende 2009 mit „Ja!“. Kann ich das noch? Will ich das noch? Er machte immer noch einen guten Job.

Er ist eben ein super Fahrer!

Mika Häkkinen, Ex-Formel-1-Weltmeister

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