Vor dem zweiten Saisonrennen

Rosberg im tz-Interview: "Ich genieße den Moment"

+
Nico Rosberg (Mitte) hat sich auch für Malaysia einiges vorgenommen.

Sepang - Im tz-Interview spricht Nico Rosberg über das erste Saisonrennen in Melbourne, das er mit seinem Auto dominiert hat - und wagt den Ausblick auf Malaysia.

Herr Rosberg, Sie und Ihr Auto haben den Saisonauftakt dominiert. Sagen Sie uns endlich, wie stark Mercedes ist? Bislang haben Sie ja immer tiefgestapelt…

Rosberg: …weil wir bis zuletzt Probleme mit der Zuverlässigkeit hatten. Und die sind noch nicht ganz gelöst. Das sieht man ja an Lewis (Hamilton fiel mit Fehlzündungen aus, d. Red.)

Nicht abschweifen. Ihr Auto…

Rosberg: …das geht ab wie eine Rakete, oder besser: wie ein Pfeil, wie ein Silberpfeil. (schmunzelt).

Es sah teilweise aus, als hätten Sie das Rennen locker angeführt. Wie viel Spielraum hatten Sie nach oben?

Rosberg: Keinen! Das war keine Kaffeefahrt. Mal werden die Reifen zu kalt, dann musst du Sprit sparen. Ich war sehr wohl am Limit.

Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis nach Melbourne?

Rosberg: Dass wir als Team gewachsen sind und uns nicht mehr verstecken müssen vor Red Bull. Momentan, Stand heute, habe ich das schnellste Auto. Das ist schon mal der Hammer. Jeder in den Fabriken hat einen unglaublich guten Job gemacht über den Winter.

Sie haben 25 Punkte Vorsprung auf Hamilton. Sehen Sie sich als WM-Favorit?

Rosberg: Nein. Daran denke ich nicht. Ich genieße den Moment. Ich weiß jetzt in etwa, wie Sebastian sich letztes Jahr gefühlt haben muss, als er mal mit 30 Sekunden Vorsprung gewonnen hat.

Im Vorfeld des Rennens war von Stunk zwischen Ihnen und Hamilton die Rede. Droht wirklich der große Knall auf der Strecke?

Rosberg: Welcher Stunk! Wir hatten ein Meeting mit unseren Chefs und haben die Bedingungen für dieses Jahr definiert. Das ist doch das Gegenteil von Stunk, das sehe ich als konstruktiv an. Wir müssen an Mercedes denken. Deshalb werde ich Lewis nie mit der gleichen Art und Weise überholen wie einen Red Bull. Aber es wird Zweikämpfe zwischen uns geben.

Inwiefern wird das mögliche WM-Duell den Umgang mit Lewis verändern?

Rosberg: Wir sind keine besten Freunde, kommen aber ganz gut klar. Ich bin mir allerdings darüber im Klaren: Je mehr Erfolg wir haben, desto komplizierter wird unsere Beziehung. Wir waren schon immer echte Wettbewerbstiere, auch früher, als wir zusammen Kart fuhren: Egal, ob es beim Wrestling im Hotelzimmer war oder darum ging, wer mehr Pizzen verdrücken kann – jeder wollte der Bessere sein.

2013 mussten Sie aufgrund einer Stallorder in Malaysia hinter Lewis zurückstecken. Würden Sie das wieder tun?

Rosberg: Ja. Für mich ist das Ganze ein Kompromiss. Ich fahre nicht nur für mich, sondern für ein Team. Für die Mechaniker ist das ein großer Motivationsschub, weil sie einen Bonus bekommen. Das steigert ihre Moral und macht mein Auto besser.

Interview: Ralf Bach

Quelle: tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Michael Schumacher: Wirbel um vermeintliche „rätselhafte Botschaft“ von Corinna - „Große Dinge ...“
Michael Schumacher: Wirbel um vermeintliche „rätselhafte Botschaft“ von Corinna - „Große Dinge ...“

Kommentare