Red-Bull-Teamchef exklusiv in tz

"Sebs größte Stärke? Das Feuer in ihm!"

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Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing (rechts), wird nach Sebastian Vettels Sieg 2012 in Bahrain Opfer seiner Champagner-Attacke.astoian Vettel.

München - In der tz schriebt Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing, über den bald viermaligen Weltmeister Sebastoian Vettel.

Schon als ich ihm das erste Mal begegnete, hat mich Sebastian Vettel schwer beeindruckt. Er hatte 2006 gerade erst seinen Führerschein gemacht und ist trotzdem den ganzen Weg alleine aus Deutschland zu uns nach Milton Keynes gefahren, um sich vorzustellen. Plötzlich stand er da: „Hallo, ich bin Sebastian Vettel, ein Mitglied des Red Bull Junior Teams und ich würde mir gerne die Fabrik anschauen.“

Später sah ich ihn 2007 im Hotel in Suzuka. Als er da am Tresen mit den Rezeptionistinnen diskutierte, spürte ich ex­trem viel Selbstvertrauen – und das, obwohl er immer diese Zahnspange hatte. Er hatte trotzdem eine Aura um sich, der man sich nicht entziehen konnte. Es ist diese Leidenschaft und das Feuer, das in ihm brennt, was ihn so stark macht. Das Beste daran: Eigentlich hat er sich seit seiner Zeit im Kart nicht verändert.

Natürlich hat er Erfahrung dazugewonnen. Aber er ist immer noch derselbe lustige und bodenständige Junge wie damals. Meiner Meinung nach ist das eine seiner wichtigsten Eigenschaften. Er ist ehrlich zu sich selbst und den Menschen um ihn herum. Natürlich hat sich sein Leben verändert. Aber er versucht, sein Privatleben zu schützen, so gut es geht. Er sieht sich als Sportler und opfert viel für seinen Beruf. Deshalb ist es für ihn so wichtig, diese Rückzugsmöglichkeit zu haben.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Ruhm und Wohlstand interessieren ihn nicht. Er ist eben einfach ein normaler Kerl, der großes Talent hat, Rennwagen schnell um eine Strecke zu bewegen. Und der eine besonders stark ausgeprägte Arbeitseinstellung hat. Er schaut immer, wo er sich noch verbessern kann. Er ist wie ein Schwamm, der jede Information aufsaugt.

Ich erinnere mich noch, wie Adrian Newey und ich mit Helmut Marko diskutiert haben, ob wir Sebastian 2009 von Toro Rosso zu Red Bull Racing holen sollten. David Coulthard hatte seinen Rücktritt bekannt gegeben und in Hockenheim 2008 – also lange vor seinem ersten Sieg – haben wir Vettels Aufstieg bekannt gegeben. Sein Talent war einfach offensichtlich.

Meiner Meinung nach war es kein Zufall, dass Red Bull mit Sebastians Ankunft zum Topteam wurde. Sebastian war ein sehr wichtiger Baustein des Erfolges. Der beste Beweis dafür ist doch, dass Toro Rosso in der zweiten Jahreshälfte 2008 eigentlich dasselbe Auto hatte wie Red Bull. Und sie waren schneller. Der Motor hat dabei keine Rolle gespielt (Red Bull fuhr Renault, Toro Rosso Ferrari; d. Red.). Den größten Unterschied zwischen unseren Teams machte Sebastian. Er hat Dinge mit dem Auto angestellt, zu denen wir bei Red Bull nicht in der Lage waren. Der einzige Zufall war, dass 2009 die Regeln geändert wurden. Damit mussten alle auf einem weißen Blatt Papier anfangen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir die richtigen Leute auf den richtigen Positionen. Aber wir brauchten einen Fahrer, um die Stärken des Autos auf der ­Strecke umzusetzen. Diese Aufgabe hat Sebastian immer erfüllt. Für mich steht er auf einer Stufe mit Juan Manuel Fangio, Jim Clark, Jackie Stewart, Ayrton Senna, Alain Prost und Michael Schumacher.

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Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

Was Seb erreicht hat, ist bemerkenswert, insbesondere in so einem jungen Alter. Seine Ära hat unterschiedliche Reifenhersteller, unterschiedliche Regeln wie Doppel- oder Einzeldiffusor, Nachtanken und kein Nachtanken erlebt. Diese Regeln waren für alle gleich. Trotzdem war Seb immer vorne.

Von Christian Horner, Teamchef Red Bull Racing

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