Schicksal am Hungaroring

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Jenson Button feierte 2006 seinen ersten Sieg in Ungarn

Budapest - Der GP Ungarn 2011 – er ist für die Formel-1-Protagonisten eine regelrechte „Sentimental Journey“, kaum ein Rennen in der Geschichte der Formel 1 weckt diese sentimentalen Erinnerungen.

Der Mercedes-V8-Motor und Silberpfeil-Pilot Nico Rosberg bestreiten am Sonntag ihren 100. Grand Prix. Für Formel-1-Boss Bernie ­Ecclestone ist der Event auf dem Hungaroring, der ihm eine eigene Zufahrtstraße gewidmet hat („Bernie Avenue“), auch was Besonderes. Am Sonntag findet der 850. GP der F1-Zeitrechnung statt. Den Anfang machte 1950 der GP von Großbritannien in Silverstone.

Der britische McLaren-Mercedes-Pilot Jenson Button feiert am Sonntag seinen 200. GP und denkt doch mehr an seinen Premierensieg im Honda beim Regenrennen 2006. „Ich dachte zuvor schon, ich würde als siegloser Fahrer in die Geschichte eingehen“, erinnert sich der Weltmeister von 2009.

Fernando Alonso wurde am Freitag 30 Jahre alt, er fährt sein 30. Rennen für die Scuderia. Ferrari widmete ihm eine Tafel samt Gruppenfoto. Alonso dachte aber mehr an 2003. Da gewann er auf Renault sein erstes F1-Rennen – als jüngster Sieger aller Zeiten. Sebastian Vettel hat ihn da mittlerweile ja abgelöst.

Alonsos Teamkollege Felipe Massa wäre 2009 in Budapest fast gestorben, als er im Training schwer verunglückte. Der Brawn GP von Massas brasilianischem Landsmann Rubens Barrichello hatte in voller Fahrt einen zehn Kilo schweren Dämpfer verloren, der Massas Kopf über dem linken Auge traf. Dank erstklassiger medizinischer Versorgung überlebte Massa und fuhr wieder. Massa traf sich mit seinen Lebensrettern, den Streckenposten und Ärzten, um ihnen wieder zu danken.

Der Finne Heikki Kovalainen träumt mit seinem langsamen Lotus auch von besseren Zeiten, wenn er um den Hungaroring fährt – hier gelang ihm sein einziger GP-Sieg – 2008 mit dem McLaren-Mercedes. „Da bin ich im Moment zugegebenermaßen ziemlich weit weg“, gibt er zu.

Auch Vettel (Fünfter im Training, Trainingsschnellster war Hamilton) hat eine spezielle Bindung zur Rennstrecke in Ungarn. Dort bestritt der Heppenheimer 2007 sein erstes Rennen als Stammpilot von Toro Rosso. Vettel: „Meine Startposition weiß ich nicht mehr genau, es war etwas weiter hinten. Das gesamte Rennen war etwas schwieriger“, lacht Vettel, der damals auf Rang 16 ankam. „Das war aber für mich der Startschuss als fester Fahrer in der Formel 1. Ich habe in den sieben Rennen des damaligen Jahres noch viel gelernt. Und noch mehr im Jahr darauf.“

Nicht zu vergessen: 1985 gastierte die Formel 1 das erste Mal beim GP von Ungarn hinter dem „eisernen Vorhang“. Keke Rosberg, Weltmeister von 1982 und damals bei Williams, erinnert sich: „Es war völliges Neuland für uns. Wir beschlossen deshalb, ganz, ganz leise aufzutreten.“

Ralf Bach

Quelle: tz

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