Wie Schumi auch dank Rosberg aufdrehen kann

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Falsches Gefährt, aber eine nette Abwechslung: Michael Schumacher in Spanien

Barcelona - Ausgerechnet Teamkollege Nico Rosberg macht Michael Schumacher nach der Kritik der letzten Rennen Mut. Ausgerechnet deshalb, weil Rosbergs Überlegenheit zu den Zweifeln an der Leistungsfähigkeit des Altmeisters geführt hatte.

Vor dem Großen Preis von Spanien am Sonntag warnt Rosberg davor, Schumacher abzuschreiben. Rosberg: „Michael ist der schnellste Teamkollege, den ich je hatte. Es ist alles andere als einfach, ihn ständig hinter mir zu halten.“ Von Rücktrittsgedanken keine Spur. Rosberg: „Warum sollte er? Unser Auto wird immer besser, wir stehen erst am Anfang der Entwicklung. Und in Barcelona wird Michael sehr stark sein. Wir hatten zwei Wintertests dort. Das hilft.“ tz-Kolumnist Hans Stuck hat Schumachers Problem vergangene Woche gekonnt eingekreist: Der Über-Ehrgeiz behindert ihn, Schumi will zu viel. Indirekt bestätigt das Schumacher: „Wenn ich mir die Daten anschaue, gibt es keinen Grund zu verzagen. Ich kann genauso schnell fahren wie Nico. Da habe ich keine Zweifel.“ Das Problem: Eine Runde besonders im Qualifying fehlerlos am Stück hinzulegen. Gegen Rosberg fällt diese Schwäche besonders ins Gewicht. Rosbergs Ex-Teamkollege bei Williams, der Österreicher Alexander Wurz, sagt: „Es gibt niemanden so wie Rosberg, der fähig ist, eine Qualirunde so auf den Punkt zu kriegen.“

Jetzt kann Rosberg Schumacher sogar wieder stark machen. Grund: Mercedes-Teamchef Ross Brawn hält den gerade fertiggestellten neuen Simulator für einen wichtigen Schlüssel zum Erfolg. Für beide Piloten. Brawn: „Bisher konnten wir lediglich neue Strecken kennenlernen und uns mit den Funktionen des Autos vertraut machen. Mehr nicht.“ Dieser Nachteil ist ab sofort Geschichte. Brawn: „Der neue Simulator hilft uns extrem bei der Verbesserung des Autos.“ Der Teamchef erklärt: „Letztes und auch dieses Jahr hatten wir teilweise Probleme damit, den Wagen richtig zu verstehen. In unserem neuen Simulator können wir jetzt jede Reaktion auf unterschiedliche Abstimmungsvarianten oder neue Teile ausprobieren, bevor wir damit an die Rennstrecke gehen. Damit sinkt die Gefahr, dass wir uns an einem Wochenende verrennen.“ Das erklärt auch den Aufwärtstrend seit ­China.

Und jetzt kommt Rosberg als Schumi-Starkmacher ins Spiel. Denn Rosberg wird die meiste Zeit im Simulator sitzen. Michael Schumacher kann nicht so lange wie Rosberg, da ihm schneller übel wird. Brawn sieht darin aber keinen Nachteil für den Rekordweltmeister: „Eine gewisse Zeit kann er im Simulator verbringen. Und die reicht, um bestimmte Dinge auszuprobieren.“ Und Brawn ist sicher: „Wenn unser Auto erst siegfähig ist, ist es Michael Schumacher auch.“ Auch dank Rosberg.

Ralf Bach

Quelle: tz

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