Schumi-Ersatz hechelt hinterher

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Luca Badoer im Ferrari .

Valencia - Bitterer Auftakt für Badoer: Der italienische Ferrari-Ersatzpilot ist am Freitag beim Training zum Großen Preis von Europa der Konkurrenz weitgehend hinterhergefahren.

Olé Alonso, oh je Badoer: Der zweimalige Weltmeister aus Spanien nutzte seinen Heimvorteil und raste zum Auftakt des Großen Preises von Europa in Valencia zur Tagesbestzeit, Ferraris Ersatz-Ersatzmann fuhr der Konkurrenz dagegen hinterher. Während sich die deutsche WM-Hoffnung Sebastian Vettel beim Training am Freitag trotz motivierender Vertragsverlängerung bei Red Bull noch zurückhielt und in der Endabrechung Landsmann Nico Rosberg den Vorrang ließ, hätten die Gegensätze zwischen Fernando Alonso und Luca Badoer nicht größer sein können.

Ferrari - Mythos auf vier Rädern

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Über zweieinhalb Sekunden betrug der Rückstand des 38-jährigen Badoers auf den Spanier, der sich der Nachmittagssession auch noch eine spektakuläre Kollision mit Nick Heidfeld leistete. Gar 3,380 Sekunden waren es in den ersten anderthalb Stunden am Morgen von Badoer auf Rubens Barrichello gewesen. Und das alles vor den Augen von Michael Schumacher, durch dessen geplatztes Comeback Badoer sich überhaupt erst die Gelegenheit bot, nach rund zehn Jahren und 49 Starts ohne einen einzigen Punkte wieder ein Formel-1-Rennen zu fahren.

Die Hoffnungen von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo dürfte Badoer nach den Eindrücken vom Freitag im Rennen am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) nicht erfüllen können. “Wir werden mit einem aus dem Veneto gewinnen“, sagte er laut italienischen Medien bei einer Veranstaltung in Cortina vor dem Auftakt des elften Rennwochenendes der Saison. Da Badoer aus der von Montezemolo erwähnten Region im Gegensatz zum Finnen Kimi Räikkönen stammt, dürfte klar sein, wen der Chef gemeint hat.

Um den Sieg werden andere fahren. Auch wenn Platzierungen und Zeiten am Freitag immer unter Vorbehalt zu sehen sind, reihten sich die beiden Brawn-Mercedes mit WM-Spitzenreiter Jenson Button und Barrichello vorne ein mit dem Rängen vier und zwei sowie eins und drei. Weltmeister und Ungarn-Sieger Lewis Hamilton wurde dagegen nach einem Dreher und einem kaputten Frontflügel mit nur drei Runden Letzter im zweiten Training. “Wir konnten heute nicht zeigen, was möglich ist“, meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, kündigte aber eine Steigerung für das Qualifying an diesem Samstag an.

WM-Verfolger Vettel, der in der Gesamtwertung Dritter mit 47 Punkten hinter Button (70) und seinem Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber (51,5) ist, ließ es nach Platz fünf im ersten Abschnitt mit Rang neun im zweiten relativ ruhig angehen. Für die Nachricht des Tages hatten er und Red Bull ohnehin schon vor dem Training gesorgt: Der 22-Jährige bleibt bis Ende 2011 bei Red Bull, sein neuer Vertrag beinhaltet zudem eine Option für 2012. Der alte Kontrakt war bis Ende 2010 gültig.

Wieder mal ein bisschen Werbung in eigener Sache - sein Vertrag läuft nach dieser Saison aus - konnte Nico Rosberg schon beim Training in Valencia machen. Der Wiesbadener fuhr die insgesamt viertbeste Zeit vor Vettel und - etwas überraschend - vor Adrian Sutil. Der Gräfelfinger präsentierte sich in beiden Trainings in beachtlicher Form und wurde im Force India jeweils Sechster.

Weniger gut lief es für Heidfeld im BMW-Sauber mit den Plätzen 15 und 17. Zudem hob er auch noch kurz vor Schluss am Nachmittag mit seinem Rennwagen ab, nachdem ihm Alonso, der die Bestzeit in 1:39,404 Minuten aufstellte, in die Quere gekommen war. “Ich hatte ihn mit blockierenden Rädern im Spiegel gesehen und noch versucht, ihm etwas Platz zu lassen, aber er ist voll in mein Auto gekracht. Es hat nicht viel gefehlt, und ich hätte mich überschlagen“, meinte Heidfeld. Wenig erfreulich lief es auch für Timo Glock im Toyota mit den Plätzen 19 und 15.

dpa

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