Schumi: Geburtstag im Schnee

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Michael Schumacher, hier noch im Outfit von Ferrari, feiert seinen 41. Geburttstag im Schnee.

München - Seinem 40. Geburtstag blickte er noch skeptisch entgegen, ein Jahr später ist Michael Schumachers Optimismus kaum zu bremsen.

Und seinen Fans machte er schon längst vor seinem Festtag das größte Geschenk. Schumacher will es mit 41 seinen Widersachern von einst ebenso zeigen wie der jungen PS-Garde um Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, die noch nie in der Formel 1 gegen den Rekordweltmeister antraten. Bevor es im neuen Jahr mit dem neuen Mercedes Grand Prix Team richtig auf Touren geht, feiert Schumacher aber erstmal seinen Geburtstag an diesem Sonntag mit Familie im Skiurlaub.

Seine einstige Formel-1-Familie verarbeitet immer noch den Weggang des einstigen Lieblings. “Es ist wahr, dass wir ein bisschen enttäuscht waren, weil Michael zu unserem Symbol geworden war“, sagte Piero Ferrari, Sohn von Ferrari-Gründer Enzo, jüngst der “La Gazzetta dello Sport“. Seit 1996 fuhr Schumacher für die Marke aus Maranello, von 2000 bis 2004 holte er fünf seiner sieben WM-Titel. In den kommenden drei Jahren wird er ausgerechnet für Mercedes Gas geben, einem der ärgsten Rivalen der Scuderia.

Die Formel-1-Weltmeister der vergangenen 40 Jahre

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre. © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

“Er wollte fahren“, betonte Piero Ferrari. Die Italiener konnten ihrem deutschen Berater kein Auto zur Verfügung stellen. Felipe Massa, für den Schumacher im Sommer ein Comeback versucht hatte, sowie der zweimalige Weltmeister und Neuzugang Fernando Alonso bilden das Duo der Roten 2010. Zweifel, dass die beiden gegen Schumacher nicht gewinnen könnten, hat Piero Ferrari offensichtlich nicht. Alonso sei nicht zufällig Weltmeister (2005 und 2006) geworden. “Er hat Michael schon herausgefordert und ihn geschlagen“, meinte Piero Ferrari über den Spanier. Zudem sei Massa an der Seite Schumachers gereift. Der Brasilianer nennt Schumacher sogar seinen Professor.

Nun will es der alte Lehrmeister seinen einstigen Schülern erst recht noch mal beweisen. Dabei hatte Schumacher nach seinem eigentlichen Karriereende beim Großen Preis von Brasilien am 22. Oktober 2006 jegliche Comeback-Gedanken immer von sich gewiesen. Langeweile war ihm fern, “Rentner bin ich nicht wirklich, nur in Anführungsstrichen“, hatte Schumacher vor einem Jahr gesagt. Vielmehr begleitete ihn die Sorge ums Älterwerden. “Es ist schon ein gewisser Schritt für einen Mann, die 40 auf einmal schreiben zu müssen - es gibt Angenehmeres“, hatte er Ende 2008 gesagt.

Michael Schumachers Karriere in Bildern

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Beim Großen Preis von Bahrain am 14. März 2010 will er nun gegen teilweise 20 Jahre jüngere Konkurrenten antreten. “Generationenkämpfe gab es schon immer in der Formel 1“, betonte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. “Kann jemand der 40 oder 41 ist mit einem mithalten der 24 ist? In anderen Sportarten haben Leute gezeigt, dass sie dazu in der Lage sind“, hatte Mercedes-GP-Geschäftsführer Nick Fry schon vor der Verpflichtung des 250-maligen Grand-Prix-Starters (91 Siege) gesagt. In der Formel 1 zähle nicht nur “Jugend und Kraft wie beim 100 Meter-Sprint, sondern Erfahrung, Cleverness, Ausdauer, technischer Durchblick, Rennwitz“, meinte Haug.

Qualitäten, die wohl niemand Schumacher absprechen wird. Ebenso wie ein ungebremster Ehrgeiz. Dass er im Duell mit denen, die sich nicht von einem zwischenzeitlichen Formel-1-Rentner überholen lassen wollen, nicht zurückstecken wird, dürfte außer Zweifel stehen. Kompromisslos und kampfeslustig im Cockpit war Schumacher schon immer. Und er wird es sicher auch in seiner zweiten Formel-1-Karriere sein, die er mit 41 Jahren und 70 Tagen beim Rennauftakt in Angriff nimmt.

dpa

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