Kaum noch Cockpit-Chancen für Saison 2021

Sebastian Vettel: Tür bei Red Bull zu - Liegt der wahre Grund schon sechs Jahre zurück?

Wie geht es für Sebastian Vettel nach seinem Vertragsende bei Ferrari weiter? Sicher ist nun: nicht bei Red Bull. Der Hauptgrund liegt offenbar sechs Jahre zurück.

  • Für Sebastian Vettel werden die Aussichten auf ein Cockpit in der Formel-1-Saison 2021 immer schlechter.
  • Auch Red Bull schlägt die Tür für den viermaligen Weltmeister zu.
  • Das hängt auch mit einem Versäumnis Vettels im Jahr 2014 zusammen.

München - Es ist der schwierigste Moment seiner Karriere. Der Blick in die Geschichtsbücher bringt Ferrari-Pilot Sebastian Vettel (33) nicht viel. Dort steht: Er gewann bisher vier WM-Titel, 53-mal sah der Heppenheimer als Erster in Rennen der automobilen Königsklasse die karierte Flagge, 120 Podiumsplätze, 38 schnellste Runden und 57 Pole Positions runden die Bilderbuchkarriere ab, die ihn hinter Michael Schumacher, Lewis Hamilton und Juan-Manuel Fangio zum vierterfolgreichsten Fahrer der 70-jährigen Formel-1-Historie machen. Im Fußball hätte er damit den Stellenwert eines Franz Beckenbauer oder Johan Cruyff.

Die bittere Realität sieht anders aus: Vettel, am Sonntag in Spielberg von Teamkollege Charles Leclerc in Runde eins abgeschossen, macht gerade den Tiefpunkt seiner Karriere durch. Im nächsten Jahr will den Deutschen niemand mehr haben. Nachdem Ferrari im Mai verkündet hat, mit ihm in Zukunft nicht mehr arbeiten zu wollen, muss er einen Tiefschlag nach dem anderen wegstecken.

Vettels Zukunft: Red-Bull-Berater Marko muss Absage erteilen

Seine Hoffnungen, 2021 als verlorener Sohn zu Red Bull zurückzukehren - jenes Team, mit dem er in den Jahren 2010 bis 2013 vier WM-Titel in Folge gewann - platzten am Mittwochmorgen bei einem Gespräch mit seinem Vertrauten Helmut Marko (77). Der Red-Bull-Chefberater, der zu seinem Ziehsohn auch zu Vettels Ferrari-Zeiten ein fast väterliches Verhältnis pflegte, hatte keine Wahl. Ob er wollte oder nicht: Marko musste ihm mitteilen, dass Red Bull ihm kein sportliches Asyl gewähren wird.

Offiziell heißt es, dass Nummer-zwei-Pilot Alexander Albon, mehr Adjutant als Teamkollege des Red-Bull-Lieblings Max Verstappen, deshalb bleiben darf, weil er eine thailändische Mutter und Pass hat und von der thailändischen Familie gefördert wird, der 51 Prozent des milliardenschweren Getränkekonzerns gehören. Das aber ist nur die halbe Wahrheit. Die tz weiß: Den größten Fehler machte Vettel nicht auf der Strecke, sondern im richtigen Leben.

Mächtiger Konzernchef: Dietrich Mateschitz hat das Red-Bull-Imperium aufgebaut.

Vettels Zukunft: Schon 2014 die Tür für Rückkehr zu Red Bull zugeschlagen?

Ex-Formel-1-Chef und Vettel-Vertrauter Bernie Ecclestone (89), der auch Red-Bull-Europachef Dietrich Mateschitz nahesteht, erzählt die wahren Gründe: „Sebastian hat es 2014 versäumt, Mateschitz im Vorfeld zu informieren, dass er zu Ferrari wechseln wird. Das machte Mateschitz sehr ärgerlich.“ 

Mit der Konsequenz: Mateschitz, ein Mann mit Elefantengedächtnis, der sein Imperium trotz nach außen getragener Lockerheit diktatorisch führt, hat das seinem einstigen Erfolgsbringer nie verziehen. Dass am Wochenende das künftige Aston-Martin-Team Vettel auch noch eine Absage erteilte, passt ins Bild. Vettel muss der Realität ins Auge sehen und die heißt im Moment: Er hat 2021 kein Cockpit mehr.

Vettels Zukunft: Ecclestone und Alpha-Tauri-Teamchef machen Hoffnung

Ecclestone rät ihm jetzt, cool zu bleiben: „In der Formel 1 kann immer alles passieren. Er muss nur weiter sein Ding machen.“ Freund und Alpha-Tauri-Teamchef Franz Tost macht ihm ebenfalls Mut. „Wenn Sebastian Leistung zeigt und sein Können regelmäßig abruft, werden die Topteams trotz aller momentanen Aussagen nicht an ihm vorbeikommen.“ Inzwischen wird Vettel mit Aston Martin in Verbindung gebracht(Ralf Bach)

Sebastian Vettel soll sich mit Aston Martin einig sein. Eine Aussage dürfte dem Rennstall gar nicht gefallen.

Quelle: tz

Rubriklistenbild: © dpa / -

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