Abstand auf Mercedes verringert

Vettel schließt auf: Bald hat er euch!

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Im Moment immer einen Schritt voraus: Sebastian Vettel ­erwischt Lewis ­Hamilton auch beim Schampusspritzen nicht.

Kuala Lumpur - Eins steht nach dem GP von Malaysia zweifelsohne fest: Nur Red Bull ist fähig, den Technikvorsprung, den sich Mercedes in drei Jahren Vorbereitung akribisch erarbeitet hat, auszugleichen.

Eins steht nach dem GP von Malaysia zweifelsohne fest: Die Formel Hightech führt 2014 immer mehr zu einer Zweiklassengesellschaft. Denn nur Red Bull ist fähig, den Technikvorsprung, den sich Mercedes in drei Jahren Vorbereitung akribisch erarbeitet hat, auszugleichen. Nicht nur das Podium in Malaysia mit Lewis Hamilton, Nico Rosberg (beide Mercedes) und Sebastian Vettel (Red Bull) spricht dafür. Sondern auch die warnenden Worte von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Fern von jeder Euphorie bleibt der Österreicher trotz des ersten Doppelsieges einer Mercedes-Werksmannschaft seit 1955 mit beiden Beinen auf dem Boden und warnt: „Wir vergessen viel zu schnell: Red Bull ist viermal in Folge Weltmeister geworden, und wir haben jetzt gerade mal zwei Rennen gewonnen. Und es gab schon in Malaysia Momente, da sind sie uns trotz ihres massiven Testrückstands im Nacken gesessen. Die darf man nicht abschreiben!“

Die Folge: Mercedes wird weiterrüsten und ganz genau auf Red Bull achten. Und umgekehrt. In Malaysia zeigten die beiden Teams schon mit dem Finger auf den jeweils anderen. Über 20 der teuren Spritfluss-Sensoren (Preis pro Stück: 19 000 Euro) habe sich Mercedes gekauft, nur um die jeweils besten zwei ins Auto zu bauen. Das behauptet Red Bull. „Stimmt nicht“, sagt man bei Mercedes. „Wir haben nur sechs.“ Der Gegenvorwurf: Red Bull habe 60 Kisten mit Fahrzeugteilen allein nach Malaysia einfliegen lassen, behaupten die Silberpfeile. „Woher will man das bei Mercedes wissen?“, grummelt Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko zurück.

Beide wollen jedenfalls weiter aufrüsten, daraus machen sie keinen Hehl. „Wir werden auch dieses Wochenende in Bahrain neue Teile bringen“, gibt Mercedes-Designer Geoff Willis im Gespräch mit Marko zu. Der Österreicher cool: „Das machen wir bei jedem Rennen.“ Die Folge: Sogar Ferrari kann da nicht mehr mithalten. Die wie immer ambitioniert gestarteten Italiener, deren Chef Luca di Montezemolo natürlich den Titel will, greifen zwar noch nicht nach der weißen Fahne, wissen aber genau, dass sie nur die dritte Kraft sind. Grund: Ferrari hat ein gutes und schnelles Auto gebaut, allerdings eines, bei dem keine grobe Fehlerquelle zu erkennen ist. Das klingt nicht schlecht, bedeutet aber auch: Sie wissen gar nicht so genau, wo sie ansetzen können, um die 1,5 Sekunden pro Runde aufzuholen, die ihnen auf Mercedes im Moment fehlen.

Red Bull dagegen hat klare Defizite im Motorbereich, das stand schon vor dem ersten Rennen fest. Satte 80 PS fehlen ihnen im Extremfall auf Mercedes, doch daran lässt sich arbeiten, und sie holen auf diesem Gebiet in Riesenschritten auf. Sebastian Vettel weiß das und lief deshalb in Malaysia schon viel optimistischer und besser gelaunt durch die Gegend. Zwei bis drei Rennen, da sind sich die Experten sicher, dann wird Vettel ganz auf Augenhöhe mit Mercedes sein. Und das ist zum Leidwesen für die Stuttgarter viel schneller passiert als zu erwarten war.

R. Bach

Quelle: tz

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