Striezel: "Heute wird ein Lebenstraum wahr"

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Striezel Stuck fährt sein letztes Rennen

München - Striezel Stuck fährt auf dem Nürburgring sein letztes Rennen. Für ihn ist es der optimale Abschied, wie er exklusiv in der tz schreibt. Seine beiden Söhne werden ihn dabei begleiten.

Abschied nehmen muss jeder mal. Mir ist durchaus bewusst, dass ich das letzte Mal den Helm und die Handschuhe überziehe und in ein tolles Rennauto steige – in einen Lamborghini Gallardo der Mannschaft von Hans Reiter. Doch romantische Gefühle habe ich deswegen nicht. Im Gegenteil. An diesem Samstag erfüllt sich mit dem gemeinsamen Start mit meinen Söhnen ein Lebenstraum. Ich werde mein letztes Rennen mit meinen Buben fahren.

Am Nürburgring hat alles angefangen und dort hört es nun auch auf. Eine Prognose für das Rennen ist schwierig, aus den Top 30 kann jeder gewinnen. Letztlich wird der Cleverste siegen. Aber das Ergebnis steht für uns dieses Mal gar nicht im Vordergrund. Es ist ein schöner Abschluss und ich kann meinen Söhnen sagen: So, jetzt seid ihr an der Reihe. Ganz nebenbei: Mein Sohn Ferdinand geht bei meinem Abschied zum ersten Mal beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife an den Start.

Gott, wie jung sie noch sind. Johannes ist 24, Ferdinand 20. Johannes interessierte sich am Anfang gar nicht fürs Autofahren. Skifahren und Fußballspielen, das war sein Lebensinhalt. Später setzten sich die Rennfahrergene aber doch durch. Ferdinand saß dagegen schon mit neun Jahren im Kart. Das war ihm manchmal sogar wichtiger als die Schule. Erst ein Machtwort und ein paar Wochen Kart-Entzug brachten ihn wieder auf die richtige Spur und zur richtigen Lebensbalance.
Für den Nürburgring haben wir uns alle bestens vorbereitet. Wir haben genügend Kilometer mit dem Lamborghini gesammelt, um in der Klasse SP9 GT3 und vielleicht sogar im Gesamtklassement vorne mitmischen zu können. Priorität hat aber ganz klar die Zielankunft. Das 24-Stunden-Rennen ist immer schwierig einzuschätzen. Du kannst noch so gut vorbereitet sein und gewinnst trotzdem nicht. Es gibt viele Faktoren, wie das Wetter und andere langsame Fahrzeuge. Es braucht einfach etwas Glück. Um erfolgreich zu sein, wollen wir immer am Limit fahren, ohne ein zu hohes Risiko einzugehen.

Ich spüre bei beiden Söhnen eine immense Vorfreude. Schon, dass man zu dritt anreist und sich vorbereitet, ist etwas Besonderes. Ich muss es jetzt noch mal sagen: Man soll dann aufhören, wenn es am schönsten ist. Und das diesjährige 24-Stunden-Rennen wird auf jeden Fall mein schönstes und emotionalstes werden. Der Kreis schließt sich im richtigen Moment.

Von Hans-Joachim Stuck

Quelle: tz

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