Striezel fordert: Schluss mit dem Schwachsinn!

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Striezel Stuck hat kürzlich seine aktive Motorsportkarriere beendet

München - Über das „Bäumchen-wechsle-dich-Spiel“ der FIA betreffend des angeblasenen Diffusors kann Striezel Stuck nur noch den Kopf schütteln. Die tz-Expertenkolumne zur Formel 1:

Kaum habe ich das Lenkrad meinen Söhnen übergeben, vergolden sie es auch schon. Hier meldet sich nämlich ein mächtig stolzer Vater, der verkünden kann, dass Johannes und Ferdinand am Samstag am Nürburgring das GT-Masters-Rennen gewonnen haben. Ich finde, das ist der pure Wahnsinn und meine Hochstimmung wird auch nicht dadurch getrübt, dass sie beim zweiten Rennen am Sonntag ausgefallen sind.

Kommen wir zu einem unangenehmeren Thema: Der Formel 1 und wie sie sich im Moment präsentiert: Über das „Bäumchen-wechsle-dich-Spiel“ der FIA betreffend des angeblasenen Diffusors kann ich nur noch den Kopf schütteln. Freitags erlaubte man Renault 50 Prozent der Auspuffgase ­hinauszublasen, samstags nur noch zehn Prozent. Wohlgemerkt dann, wenn der Pilot vom Gas gegangen ist. Ab dem Nürburgring gilt jetzt ein sogenannter „Valencia-Kompromiss“. Das heißt: Die Regel des Europa-GP vor vier Wochen wird bis zum Rest der Saison angewandt. Soll heißen: Was hinten rauskommt obliegt den Teams, so lange es für das Qualifying und Rennen keine Unterschiede gibt.

Sinnvoll finde ich das immer noch nicht, denn ob es dem Zeitgeist entspricht, Benzin zu verblasen, wenn der Fahrer kein Gas gibt, mag ich zu bezweifeln. Also: Von Samstag auf Sonntag darf keine Blackbox mehr gewechselt werden, sondern die Motorsteuerung bleibt. Dass ich das alles überhaupt erklären muss, zeigt das Dilemma. KERS, DRS-System plus Zone, Motormapping, Diffusor, auch noch angeblasen, und, und, und. Ich sage Ihnen: Wer heute Formel-1-Rennen schaut, verpasst alleine deswegen die Hälfte, weil er damit beschäftigt diese ganzen Begriffe zu googeln.

„Formel-1-Latein“ ist heute wichtiger als spektakuläre Überholmanöver. Das ist schade und falsch! Fußball ist unter anderem deshalb so erfolgreich, weil das Spiel eigentlich so simpel ist. Die Formel 1 dagegen artet immer mehr zur Wissenschaft ab. Geht das so weiter, müssen die Rennen in Zukunft im Discovery-Channel gezeigt werden oder in einem Hörsaal einer TU – im Sportprogramm haben sie bald nichts mehr verloren.

Die Konsequenz: Wenn die Fans nicht mehr durchblicken, schalten sie ab. Weniger Fans bedeuten aber auch weniger Sponsoren. Und weniger Sponsoren bedeuten weniger Teams. Die Formel 1 muss so schnell wie möglich die Hyroglyphen-Technik-Spirale stoppen, die sie kontinuierlich nach unten zieht. Macht das Reglement so einfach wie möglich! Mehr kann ich nicht mehr zu diesem ganzen Schwachsinn sagen. Ich hoffe, durch die „Valencia-Regel“ ist zumindest wieder ein Anfang in die richtige Richtung gemacht.

Striezel Stuck

Quelle: tz

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