"Der Silberpfeil hat Potenzial"

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Striezel Stuck

München - In seiner tz-Experten-Kolumne zeigt sich Motorsport-Legende Striezel Stuck beeindruckt von Sebastian Vettels Leistung beim Saisonauftakt. Doch er hat auch die Silberpfeile noch nicht abgeschrieben.

Sebastian Vettels Siegesfahrt in Melbourne: eine eindrucksvolle Demonstration. Schon im Qualifying legte er die Latte so hoch, dass der Sieg nur logisch war. Und glauben Sie mir: Vettel hätte immer noch einen Schub zulegen können. Der fuhr so locker und vorsichtig, als müsste er seine Oma zum Tanztee chauffieren. Was soll er auch sonst machen? Das Auto zum Anschlag treiben, um einen Ausfall zu riskieren? Oder alle überrunden, damit die anderen mit dem Finger auf Red Bull zeigen? Die motzen ja jetzt schon über angeblich zu bewegliche Frontspoiler. Das ist Blödsinn! Die FIA wird in Malaysia zum 100 000. Mal ihre Gewichte auf den Frontspoiler von Red Bull platzieren – und sie werden zum 100 000. Mal feststellen, dass alles legal ist.

Die momentane Überlegenheit von Vettel und Red Bull heißt aber nicht, dass die WM schon entschieden ist. Bloß: Die anderen müssen ganz schön nachrüsten, um die knappe Sekunde zu finden, die sie hinten sind. Wir müssen jetzt die beiden nächsten Rennen abwarten. Melbourne ist keine Rennstrecke, die viel über den wahren Leistungsstand eines Autos aussagt. Die kommenden Kurse in Malaysia und China sind da schon bezeichnender. Was mir noch am Herzen liegt: Bitte dampft Mercedes nicht so sehr ein. Es stimmt: Sie waren langsamer als Red Bull – aber das waren alle anderen auch. Ich glaube, dass der Silberpfeil Potenzial hat – es liegt jetzt an Mercedes, das abzurufen. Und dann, da bin ich überzeugt, können sowohl Nico Rosberg als auch Michael Schumacher aufs Podest fahren.

Striezel Stuck

Quelle: tz

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