Teamorder-Zoff: Webber-Nachfolger steht parat

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Daniel Ricciardo (l.) steht als Nachfolger für Mark Webber (r.) parat

Silverstone - Mark Webber – bringt ihn sein Missmut um einen neuen Vertrag bei Red Bull? Ein potenzieller Nachfolger steht zumindest schon bereit.

Fakt ist: Die Szenen aus den letzten Runden in Silverstone haben bei Red Bull für Ärger gesorgt. Webber ignorierte Christian Horners Aufforderung, Teamkollege Vettel nicht zu attackieren – und riskierte sogar eine Kollision zwischen den Stallkollegen. Teamchef Horner gibt sich noch diplomatisch: „Ich hoffe nicht, dass sich durch den Zwischenfall etwas verändert hat.“ Zu dem „Nichtangriffspakt“ steht er aber: „Niemand ist wichtiger als das Team. Am Start haben wir beide fahren lassen. Aber in einem Rennen kommt irgendwann der Punkt, an dem es es absolut dumm wäre, ihnen das Kämpfen zu erlauben. Wenn nur noch zwei oder drei Runden zu fahren sind, man viele Punkte in Aussicht hat und beide Autos auf dem Podium hat, dann ist es so weit.“

Daran sollte sich auch der Australier halten, heißt es nun intern bei Red Bull. Denn schließlich hatte Webber vor vier Wochen um eine Vertragsverlängerung gebeten. Die Experten raten beiden Seiten, sich schnell einig zu werden. So sagt zum Beispiel Gerhard Berger: „Vettel und Webber sind eine optimale Mischung. Webber ist eine gute Ergänzung. Er kommt mir unter den ganzen jungen Fahrern im Moment wie ein richtiger Mann vor, der immer seine Meinung sagt.“

Das letzte Wort in der Webber-Frage hat aber Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. Der Österreicher gilt nicht unbedingt als Superfan des Australiers. Und für alle Fälle hat Marko schon einen Ersatzmann im Ärmel, wie es der Zufall so will, einen anderen Australier. Sein Name: Daniel Ricciardo (22). Ricciardo, der aussieht wie die Kreuzung zwischen dem jungen Bruce Springsteen und dem jungen Sylvester Stallone, gilt als Supertalent, seit er bei den so genannten Juniorentests nach dem letzten Saisonrennen in Abu Dhabi 2010 schneller war als alle anderen Nachwuchspiloten. Ricciardo passt zudem vom Typ her ins Marketingkonzept von Red Bull. Er ist nicht nur schnell, sondern auch humorvoll. Intern nennt man ihn schon den „Vettel aus Australien“.

Am Wochenende fuhr er seinen ersten Grand Prix. Red-Bulls-Schwesterteam Toro Rosso hatte seinen „Junior“ ab dem GP von England an HRT ausgeliehen, damit er Rennerfahrung sammeln kann. Ricciardo war mit seinem Debüt zufrieden: „Ich wollte keine Fehler machen, mich schnell an neues Team und Auto gewöhnen und das Rennen beenden. Das ist mir gelungen.“ Dem Australier ist durchaus klar, warum Red Bull ihn bei HRT fahren lässt. Ricciardo: „Red Bull testet mich und ich muss ihre Erwartungen erfüllen.“ Dann wäre seine Zukunft klar. 2012 soll er ein weiteres Jahr bei Toro Rosso lernen, um dann 2013 im großen Red-Bull-Stall Teamkollege von Sebastian Vettel zu werden. Wenn Webber weiter so bockig ist, könnte Ricciardo schon 2012 aufsteigen.

Ralf Bach

Quelle: tz

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