tz-Experten-Kolumne

Prost: Vettel will wohl Schumis Rekorde brechen

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Alain Prost, Vierfacher Formel-1-Weltmeister

München - Alain Prost, Vierfacher Formel-1-Weltmeister, meint in seiner tz-Experten-Kolumne: Vettel hat wohl das Ziel, auch Schumachers Rekorde zu brechen.

Es fällt auf, dass Sebastian Vettel auf dem Podium in letzter Zeit dankbar Renault erwähnt. Dabei habe ich ihm gar nichts gesagt. Er hat realisiert, wie wichtig Renault für den Erfolg ist. Ich glaube, sein Besuch in der Motorenfabrik in Viry-Chattilon hat ihn beeindruckt. Er weiß, dass Formel 1 ein Teamsport ist und Renault ein wichtiger Baustein seines Erfolges ist. Natürlich ist es schwieriger mit verschiedenen Teams zu gewinnen. Aber es ist auch eine Frage der jeweiligen Zeit.

Zu meiner Zeit hatten wir Saugmotoren, dann Turbomotoren, Autos mit Schürzen und aktiven Radaufhängungen. Bei den vielen Re­gel­änderungen konntest du nie sicher sein, ob du im besten Team warst. 1991 bei Ferrari war das Auto gut, aber wir hatten den falschen Sprit. Allein deshalb konnten wir kaum gewinnen. Heute sind die Regularien seit Jahren gleich. Da brauchst du Stabilität im Team. Als ich den vierten Titel gewann, war nur Fangio besser. Als Michael dann alles gewann, konnte ich nichts mehr dagegen tun. Jetzt kommt Sebastian. Aber ich kann mir vorstellen, dass er das Ziel haben wird, auch Schumachers Rekorde zu brechen.

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

Vettel von A bis Z: Seine Lieblingsband, sein Markenzeichen und mehr

A wie Adrian Newey, Red-Bull-Technikguru und Konstrukteur der Weltmeisterautos © Getty
B wie Beatles, Sebastians Lieblingsgruppe © Getty
C wie Christian Horner, als Teamchef bei Red Bull Vettels Vorgesetzter © Getty
D wie Deutschland, Vettels Heimat, in der er aber bislang noch kein Formel-1-Rennen gewonnen hat © Getty
E wie Ehrgeiz, eine von Vettels herausragenden Eigenschaften: Er kann nicht verlieren, egal, wobei © Getty
F wie Fußball, womit Vettel schon als Kind aufgehört hat, weil er nicht gut genug war © Getty
G wie Geld, nicht so wichtig für Vettel, weshalb er lieber seine Ruhe genießt als noch mehr Werbeverträge abzuschließen © Getty
H wie Haare, blond und bares Geld wert - durch einen Werbevertrag mit einem Shampoo-Hersteller © Getty
I wie Indianapolis, der Ort von Vettels erstem Formel-1-Rennen, in dem er 2007 gleich als Achter einen WM-Punkt holte © Getty
J wie Jubelschreie, Vettels Ausbrüche am Boxenfunk nach gewonnenen Rennen sind fast schon legendär © Getty
K wie Kinky Kylie, Kosename für Vettels Rennauto © Getty
L wie Lächeln, mit dem der Weltmeister viele - vor allem weibliche - Fans fasziniert © Getty
M wie Monza, Ort von Vettels Durchbruch. Dort fuhr er 2008 im Toro Rosso als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte auf die Pole Position und gewann ein Rennen © Getty
N wie Norbert, Vettels Vater, der die Karriere seines Sohnes von Beginn an unterstützt hat © Getty
O wie Otto Waalkes, der in der Bild-Zeitung ein Gedicht widmete © Getty
P wie Perfektion, ein Status, den Vettel immer anstrebt © Getty
Q wie Qualifikation, Vettels Domäne, in 12. von 15 Rennen fuhr Vettel in diesem Jahr auf die Pole Position © Getty
R wie Red Bull, Vettels Förderer schon seit Kartzeiten © Getty
S wie Suzuka, die Strecke, auf der er in drei Jahren zwei Rennen und einen WM-Titel gewann © Getty
T wie Tommi Parmakoski, Vettels finnischer Fitnesstrainer und Physiotherapeut, mit dem er übers Jahr gesehen die meiste Zeit verbringt © Getty
U wie unermüdlich, Vettel ist abends meist der Letzte im Fahrerlager, diskutiert lange mit seinen Ingenieuren © Getty
V wie Vettel-Finger, sein Markenzeichen, und als blaue Schaumstoffversion Standardausrüstung eines echten Vettel-Fans © Getty
W wie Wille, mit dem Vettel im vorigen Jahr in letzter Minute doch noch seinen ersten Titel geholt hatte © Getty
X wie x-beliebig, genau das, was Vettel nicht ist © Getty
Y wie youngest, englisch, steht für Vettels Rekorde, die er als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte holte © Getty
Z wie Ziel, für Vettel immer gleich: beim nächsten Rennen das Optimum herausholen © Getty

In der Öffentlichkeit erscheinen Vettels und Red Bulls Erfolge als normal. Das ist sehr schade. Denn für sie ist jeder Sieg hart erarbeitet und etwas Spezielles. Vettel ist unter anderem deshalb so dominierend, weil er das perfekte Gefühl hat für das Team. Man kann sehen, wie er systematisch vom ersten Freitag an für das Rennen arbeitet. Und er findet sich auch mal mit zweiten Plätzen ab, wenn er weiß, dass nicht mehr drin ist.

Wahrscheinlich kann er nicht ewig bei Red Bull bleiben. Andererseits, wenn er dort immer das Auto bekommt, warum sollte er wechseln? Er muss es nur dann machen, wenn er eine neue Herausforderung für sich sucht.

Von Alain Prost, Vierfacher Weltmeister

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