"Verpasst Lewis Hamilton einen Denkzettel"

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Hans-­Joachim "Striezel" Stuck

München - In seiner tz-Experten-Kolumne schreibt Hans-­Joachim "Striezel" Stuck über Michael Schumacher und Lewis Hamilton - und fordert einen Denkzettel für den Engländer.

Über Sebastian Vettel müssen keine großen Worte verlieren. Das tun wir, wenn er auch auf dem Papier Weltmeister ist. Und ­sagen wir mal so: Eher wird der Papst evangelisch als dass Vettel den noch fehlenden Punkt verpasst. Lassen Sie uns also über ­Michael Schumacher und Lewis Hamilton reden. Fangen wir mit Michael an. Zwei starke Rennen hat er gebraucht, Spa und Monza, um die Kritiker ruhig zu stellen. Die Ratten waren aus ihren Löchern gekommen und sind jetzt wieder mit eingezogenem Schwanz abgetaucht. Selbst sein Abflug von Singapur beweist doch: Er fährt mit gewohnter Aggressivität – mit allem Drum und Dran. Er lotet die Grenzen aus, und wo gehobelt wird, fallen eben auch Späne. Jemand, der zu alt wäre oder zu bequem, würde diese Risiken doch gar nicht auf sich nehmen. Und er zeigte nicht nur den Siegeswillen eines jungen Burschen, er hatte auch den nötigen Speed. Bekommt Mercedes das Auto einigermaßen hin, ist Schumacher voll bei der Musik.

Kommen wir zu Hamilton. Der ist ja so was von nicht mehr von dieser Welt. Was Lewis macht, ist absolut über dem, was vertretbar ist. Wenn es knallt, ist Hamilton doch meistens mitten drin. Warum er so durchdreht im Moment, ist mir völlig wurscht. Aber er fährt wie ein verzogenes Einzelkind einfach durch den Gegner durch, wenn der nicht Platz macht. Der bräuchte mal ein Rennen Sperre, weil er andere gefährdet. Dieser Denkzettel würde ihm guttun. Vielleicht wacht er dann wieder auf und beschränkt sich auf das, was er kann. Sauschnell ­Autofahren – und eventuell mal die Gegner heil lassen.

Hans-­Joachim "Striezel" Stuck

Quelle: tz

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