Vettel: Der Code gegen die konfusen Spione

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Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel

Barcelona - Spionage-Zoff: Konkurrent Ferrari späht die Bullenbox aus. Aber Weltmeister Sebastin Vettel reagiert cool.

Jabbadabbadiii – ringdingding“ – sogar beim Siegerjubel am Sonntag in Barcelona redete Sebastian Vettel nicht Klartext… Das verbale Geplänkel war seine Botschaft der Freude an Renningenieur Rocky. Der hatte jahrelang ein Handy mit dem Klingelton eines Frosches aus einem französischen Zeichentrickfilm. Lustig, aber manchmal auch nervend. „Crazy Frog“, verrückter Frosch“ hieß die lustige Animation.

Weniger lustig war es, dass Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko Ferrari am Sonntag der „Spionage“ bezichtigte. Die Italiener hätten entweder den Red-Bull-Funk abgehört oder sogar jemanden in der Box gehabt, getarnt, der Red Bull beobachtet hätte. „Erst als wir gewisse Dinge umstellten, passierte es nicht mehr, dass Ferrari sofort auf unsere Boxenstopps reagieren konnte.“

Wichtig dabei: Es ist nicht verboten, was Ferrari gemacht haben soll – eher dämlich. Die McLaren, am Ende Zweiter und Dritter, hatten sie nicht auf der Spionage-Rechnung… „Eigentlich“, witzelte ein Red-Bull-Insider später, „sollte man Ferrari sogar in unsere Strategien einweihen. Je mehr die Roten wissen, desto konfuser werden sie.“ Codewörter und Spionageversuche gehören in der Formel 1 und speziell bei Ferrari dazu. Zweimal in den vergangenen zehn Jahren wurden bei Testfahrten „Spione“ bei McLaren aus der Box gewiesen, die sich als Ferrari-Mitarbeiter herausgestellt hatten. Der eine hatte sich als Fotograf akkreditiert und entpuppte sich als Mitarbeiter der Scuderia. Das Größte: Ein Ferrari-Techniker hatte sich mal als Tourist verkleidert und stand dauernd neben den McLaren-Aitos. Er hatte eine bunte Hose mit Karo-Mustern an, wobei jedes Karo ein Quadratzentimeter groß war. So konnte er bestimmte Teile am McLaren der Größe nach auf den Zentimeter genau bestimmen.

Aber auch Geheimsprache gibt es seit jeher in der F 1. Jüngstes Beispiel: Sebastian Vettels und Red Bulls kryptisches Gefasel in Malaysia. Der Reifenabbau war unberechenbar, KERS funktionierte nicht richtig, und die Funksprüche waren für Nichteingeweihte kryptisch. Von Phase 1 und 2, von Plan A und B war die Rede. Motorsportdirektor Helmut Marko wollte damals nur so viel verraten: „Das ist ein Code von uns, damit nicht jeder weiß, was los ist. So lange das hält, behalten wir es für uns.“

Experte Christian Danner lüftete das Geheimnis: „Sie haben die Reifen in Phase 1 und Phase 2 eingeteilt und sie wissen natürlich ganz klar, was das heißt, obwohl Helmut Marko damit nicht rausrücken wollte. Das eine heißt, ich habe noch Reserve oder bin 20 Prozent unter dem, was ich eigentlich fahren kann. Natürlich wollen sie das nicht sagen, aber was Sebastian und das Team machen, ist schon sehr reif.“ Selbst wenn es so unreif daherkommt wie der Jabbadabbadi-Jubel…

Ralf Bach

Quelle: tz

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