Vettel in der Frühlings-Rolle

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Sebastian Vettel (23) in Spanien

Barcelona - Fast hört man die Elektrizität knistern… Mark Webbers (34) Nerven: Sie liegen blank! Der team-interne Red-Bull-Zweikampf mit Sebastian Vettel (23) hinterlässt offenbar seine Spuren.

Zu beobachten war das zum Beispiel in der Qualifying-PK in der Türkei vor zwei Wochen. Da fauchte Webber zuerst Vettel und Nico Rosberg (25) an, die ihre Späßchen machten. Dann legte er sich mit dem tz-Reporter in der ersten Reihe an: „Seid jetzt bitte ernst. Das gilt besonders für dich da vorn!“ Später, nach ein paar Minuten unter vier Augen, in denen Webber nur zuhörte, entschuldigte er sich dann.

Jetzt steht der Große Preis von Spanien an (Sonntag, 14 Uhr, live bei RTL und Sky). Webber hat Mama und Papa als moralische Unterstützung dabei. Für ein Rennen, in dem es schon um alles geht. Im vergangenen Jahr gewann er hier, die Strecke liegt ihm. Heißt im Umkehrschluss: Verliert er jetzt auch hier auf seiner Spezialstrecke gegen Vettel, dann ist die Saison schon gelaufen. Schließlich hat Sebastian in der WM-Wertung ja jetzt schon 38 Punkte Vorsprung auf den Teamkollegen…

Und die Ausgangslage ist aus Webbers Sicht schwierig. Er hat Probleme, sich mit den Eigenarten der Pirelli-Reifen anzufreunden. Vettel kommt da besser zurecht. Red-Bull-Technikchef Adrian Newey (52) sagt: „Sebastian ist sehr stark, wenn es um die Reifen geht. Wie er mit ihnen umgeht und das Beste aus ihnen rausholt.“ Webber wird solche Aussagen nicht gern hören – zumal ja schon das große Ganze seine Reibungspunkte hat. Am Red-Bull-Horizont hat Vettel einen langfristigen Platz. Das Team plant mit ihm mindestens bis 2014.

Und Webber? Man hört Spekulationen, wonach 2011 seine letzte Saison werden könnte. Und: eine schwierige noch dazu, im Schatten des Weltmeisters. Zum Beispiel sagt Ex-Champion Jacques Villeneuve (40): „Webber hatte 2010 die womöglich einzige Chance seiner Karriere, die WM zu gewinnen. Er hat sie selbst vertan. Ich hoffe, er zerbricht nicht daran. Einfach wird er es jedenfalls nicht haben. Red Bull war immer ein Vettel-Team. Jetzt gilt das mehr als je zuvor.“

Teamchef Christian Horner (37) stellt zwar keine Rangordnung her, bemerkt aber schon: „Mark ist im Herbst seiner Karriere, Sebastian steht immer noch erst am Anfang…“ Dass Webber dem Team in der vergangenen Saison eine Verletzung verschwieg, dürfte den Fortgang der Jahreszeiten noch etwas beschleunigt haben…

rb

Quelle: tz

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