Ballack: Sind zu groß für kleine Ziele

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Michael Ballack steckt sich hohe Ziele

München - Kapitän Michael Ballack sieht die DFB-Elf im Kampf um die WM-Tickets auf einem guten Weg. Wenn das erledigt ist, setzt sich der Mittelfeldspieler richtig hohe Ziele.

Beim Kampf um das Ticket für die Fußball- Weltmeisterschaft 2010 sieht DFB-Kapitän Michael Ballack die deutsche Mannschaft auf gutem Weg - in Südafrika soll eine Steigerung folgen. “Was die WM-Qualifikation angeht, denke ich, dass wir es bisher ganz gut gemacht haben. Ich würde sagen, wir sind absolut im Soll“, sagte Ballack in einem Interview der Zeitschrift “11 Freunde“. “Man sieht immer wieder, dass große Länder Probleme haben, die Engländer zum Beispiel waren trotz ihrer guten Einzelspieler gar nicht bei der EM dabei. Man muss vor einem Turnier vorsichtig mit der Einschätzung sein, es kann sehr schnell nach oben gehen. Wir wissen aber, dass wir uns verbessern müssen, um bei der WM ein Wörtchen mitzureden.“

Nach Ansicht von Ballack wird die Auswahl des Deutschen Fußball- Bundes (DFB) im Falle einer Endrunden-Teilnahme in Südafrika auch wieder hohe Ziele verfolgen. “Wir sind als Fußball-Nation zu groß, um uns kleinere Ziele setzen zu können oder zu dürfen“, sagte der Mittelfeldakteur, der in dieser Woche 33 Jahre alt wird. Wichtig seien Qualität und Kontinuität, “dass man über einen längeren Zeitpunkt gut spielt“, sagte Ballack. “Euphorie lässt sich nicht über einen längeren Zeitraum konservieren. Es kann auch keine ständige Aufbruchstimmung geben.“

Der Profi des FC Chelsea glaubt nicht, dass sich die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw in einer Phase der Stagnation befindet. “Wir haben, verglichen mit anderen Teams, bei den Turnieren 2006 und 2008 unheimlich viel erreicht, wenn man die Einzelspieler anschaut und die Clubs, in denen sie spielen. Natürlich ist das eine deutsche Spezialität: Von uns wird, gemessen an den individuellen Möglichkeiten, fast immer viel erreicht“, erklärte der 95-malige Nationalspieler. “Aber man muss realistisch sein, man muss die Leistungen sehen. Das Problem ist: In Deutschland sagen die Leute wir stagnieren, aber wollen trotzdem, dass wir Weltmeister werden.“

Am 10. Oktober (17.00 Uhr) spielt die Nationalmannschaft ihre vorentscheidende Qualifikationspartie bei Verfolger Russland, der in der Tabelle der Gruppe 4 einen Punkt hinter der DFB-Elf rangiert. Zum Abschluss der Runde steht am 14. Oktober in Hamburg (18.00 Uhr) die Partie gegen Finnland an.

dpa

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