Calcio in der Krise - zwei Milliarden Schulden

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Hängende Schultern bei Marco Materazzi: Ein Bild mit Symbolcharakter für den gesamten italienischen Fußball.

Rom - Blamage beim Confederations Cup, Pleite im Europapokal, Abwanderung der Weltstars und Riesenverluste der Clubs - Italiens Fußball fällt international immer weiter zurück.

 In den vergangenen zehn Jahren hat die Serie A rund zwei Milliarden Euro versenkt, den Anschluss an die Superligen in England und Spanien aber verloren, beklagte die “La Gazzetta dello Sport“ am Mittwoch . Allein Meister Inter Mailand habe innerhalb von zwei Jahren (2006 bis 2008) Verluste von 355 Millionen Euro eingefahren.

Der Gesamtumsatz der Serie A habe in der Saison 2007/2008 bei 1,4 Milliarden Euro gelegen. Die englische Premier League habe mit 2,4 Milliarden Euro viel mehr erwirtschaftet. Italiens Clubs seien nicht rentabel, weil die internationalen Erfolge ausbleiben und auch, weil ihnen die Stadien nicht gehören. Insgesamt generierten die Serie-A-Clubs zuletzt 185 Millionen Euro Einnahmen pro Saison mit ihren Stadien. Allein Real Madrid erwirtschafte mit seiner Arena Einnahmen von 100 Millionen Euro.

Die bestbezahlten Fußballer der Welt

Das französische Fußball-Magazin "France Football" hat eine Liste mit den Gehältern der bestbezahltesten Fußballern und Trainern der Welt veröffentlicht. Sehen Sie hier, wer die größten Geldkoffer braucht. © dpa
Nur ein Deutscher schaffte es unter die Top 20: Michael Ballack auf Platz 13. Er verdient beim FC Chelsea 11,3 Millionen Euro im Jahr. © dpa
Ballacks Teamkollege John Terry liegt auf Platz 10. Jahressalär: 11,7 Millionen Euro. © 
Platz 9: Der nächste Chelsea-Star: Frank Lampard mit 13 Millionen Euro. © dpa
Platz 8: Wayne Rooney von Manchester United: 13,5 Millionen Euro.  © dpa
Platz 7: Zlatan Ibrahimovic von Inter Mailand: 14 Millionen Euro. Alter Schwede... © dpa
Platz 6: Kaka vom AC Mailand: 15,1 Millionen Euro. © dpa
Platz 5: Thierry Henry (FC Barcelona): 17 Millionen Euro. © dpa
Platz 4: Der Weltfußballer des Jahres 2008, Cristiano Ronaldo (Manchester United): 19,6 Millionen Euro. © dpa
Platz 3: Seine besten Jahre liegen hinter ihm, dennoch verdient Ronaldinho beim AC Mailand stattliche 19,6 Millionen Euro. © dpa
Platz 2: Lionel Messi spielt beim FC Barcelona Fußball wie von einem anderen Stern. Auch sein Gehalt ist astronomisch: 28,6 Millionen Euro. © dpa
Platz 1: David Beckham ist halb Fußballer, halb Popstar. Daher führt der Engländer vom AC Mailand auch die Gehaltsrangliste mit 32,4 Millionen Euro an. © dpa
Und hier die bestbezahltesten Trainer der Welt: Bayerns Jürgen Klinsmann liegt mit 5,5 Millionen (inklusive Werbeeinnahmen) auf Platz 10. © dpa
Sir Alex Ferguson hat da schon einen dickeren Scheck einzulösen. Der Trainer von Manchester United verdient 7,6 Millionen Euro. © dpa
Engalnds Nationaltrainer Fabio Capeloo verdient 8,5 Millionen Euro. © dpa
Doppelter Job, doppeltes Gehalt? Guus Hiddink, Trainer des russischen Nationalmannschaft und des FC Chelsea in Personalunion, verdient neun Millionen Euro im Jahr. © dpa
"The Great One" José Mourinho (Inter Mailand) hat aber nicht das "greateste" (großartigste) Gehalt: Mit 11 Millionen Euro liegt der Portugiese "nur" auf Platz 2. © dpa
Der bestbezahlte Trainer der Welt ist derzeit arbeitslos: Luis Felipe Scolari, bis vor wenigen Monaten noch Coach beim FC Chelsea, kommt dank Salär und Abfindung auf satte 12,5 Millionen Euro im Jahr. © dpa

Juventus Turin hat daraus bereits die Konsequenzen gezogen und baut derzeit eine eigene Fußball-Arena, die mit einem Einkaufs-Center sowie Vergnügungseinrichtungen auch außerhalb der Spielzeiten Geld in die Clubkassen spülen soll. Andere Clubs wie Inter Mailand wollen dem Beispiel folgen. Der AC Mailand, der aus finanziellen Gründen seinen brasilianischen Superstar Kaká zu Real Madrid ziehen ließ, will mit niedrigeren Spielergehältern gegen die Finanzkrise ankämpfen. Juve hat bei seinem Comeback nach der Verurteilung zum Zwangsabstieg im Ligamanipulations-Skandal 2006 die Gehälter ebenfalls schon deutlich zurückgefahren. Der Rekordmeister will zudem mehr auf die eigene Jugendarbeit setzen.

Größter Hoffnungsschimmer für die Clubs ist jedoch der neue lukrative Fernsehvertrag, der der Serie A ab 2010 jährlich rund eine Milliarde Euro in die Kassen spült. Das sind rund 200 Millionen Euro mehr als bislang. Steigen die Ausgaben der Liga nicht noch weiter, könnten die Zusatzeinnahmen der zentralen Fernsehrechte-Vermarktung das zuletzt durchschnittlich rund 200 Millionen Euro betragende Jahresdefizit der Liga ausgleichen.

dpa

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