Ronaldo-Manie in Madrid

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Madrid steht Kopf: Ronaldo ist da!

Madrid - Superstar Cristiano Ronaldo ist am Montag zu seiner offiziellen Vorstellung als Spieler von Real Madrid in der spanischen Hauptstadt eingetroffen.

Empfangen wie ein Staatsgast, hofiert wie ein Popstar: Als Cristiano Ronaldo am Montag mit einem Privatjet in der spanischen Hauptstadt eintraf, warteten schon zahlreiche Offizielle seines neuen Clubs Real Madrid samt mehreren Leibwächtern und vier Limousinen auf den teuersten Fußballer der Welt. Um einen Massen- Ansturm der Fans zu vermeiden, landete der Portugiese nicht etwa auf dem Flughafen Barajas, sondern auf dem Militärstützpunkt Torrejón de Ardoz - wie sonst auch König Juan Carlos. Mit an Bord waren Ronaldos Mutter Maria Dolores, seine drei Geschwister, sein Manager und sein Koch

Im Eiltempo ging es dann in eine Privatklinik, wo sich der 94- Millionen-Euro-Einkauf der abschließenden medizinischen Prüfung unterzog. Mit einem Lächeln und gehobenem Daumen signalisierte er danach: Alles okay. Die rund 100 Fans, die den Weg in die Klinik gefunden hatten, jubelten ihm zu. Vor dem Santiago-Bernabéu-Stadion, wo am späten Abend Ronaldos Vorstellung im Dress der “Königlichen“ anstand, hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits lange Schlangen gebildet. “Ich will von Anfang an dabei sein, denn jetzt beginnt eine neue Ära“, meinte ein eingefleischter Real-Fan, der bereits sieben Stunden vor der Toren der Arena ausharrte, um einen der besten Plätze zu ergattern. Bis zu 80 000 Anhänger wurden zu der Show erwartet.


Cristiano Ronaldo: Der 94-Millionen-Mann ist da!

Cristiano Ronaldo ist am Montag in Madrid angekommen. © AP
Cristiano Ronaldo in Madrid
Dort unterzeichnete der Portugiese einen Sechsjahres-Vertrag, der ihm 13 Millionen Euro per Annum einbringen wird. © dpa
Cristiano Ronaldo in Madrid
94 Millionen Euro ließen sich die „Königlichen“ den Offensivmann kosten. © dpa
Cristiano Ronaldo in Madrid
Real-Mediziner Carlos J. Diez begrüßt seinen teuersten Schützling. © dpa
Cristiano Ronaldo in Madrid
Auf die Waage bitte, Herr Ronaldo! © AP
Cristiano Ronaldo in Madrid
Test bestanden. Dem großen Triumphzug steht nichts mehr im Wege. © dpa
Cristiano Ronaldo in Madrid
Der ist für den Abend angesetzt - dann ist die offizielle Vorstellung geplant, auf die alle Fans hinfiebern. © dpa
Cristiano Ronaldo in Madrid
80.000 Euro wollen ihren neuen Star begrüßen. © dpa
Bereits am späten Nachmittag war das Estadio Santiago Bernabeu proppenvoll. © AP
Die Fans konnten die Ankunft ihres neuen Superstars kaum erwarten. © AP
Klar, dass Ronaldo... © AP
... sehr viele weibliche Fans hat. © AP
Euphorie pur im Estadio Santiago Bernabeu in Madrid. © AP
Aber auch die männlichen Real-Fans fahren voll auf den Portugiesen ab. © AP
Zum Brotbacken wurde Ronaldo nicht verpflichtet - er soll zaubern und Tore schießen im Star-Ensemble des spanischen Rekordmeisters. © AP
Die Real-Fans teilen nicht nur die Begeisterung für Ronaldo, sondern auch das Brot. © AP
„Ronaldo-Mania en Madrid!“ So titeln die Gazzetten in Spanien. © AP
Die Erwartungshaltung an den Weltfußballer 2008 ist immens. © AP
Das zeigt auch dieses Transparent: “Ronaldo, bei dem was Du verdienst, wirst Du Gras fressen müssen“, steht dort ungefähr geschrieben. © AP
Da ist er: Ronaldo präsentiert sich erstmals im Real-Trikot. © 
Die Temperaturen in Madrid scheinen sehr hoch zu sein, wie sonst erklärt sich der Fächer in Ronaldos linker Hand? © AP
Erste technische Kabinettstückchen. © dpa
Den Ball fest im Visier. © AP
Ronaldo in gewohnt selbstbewusster Pose. © AP
Und im Visier der Kameras. © AP
Im Hintergrund ein Bild von Ehrenpräsident und Ex-Spieler Alfredo di Stefano. Auch Ronaldo soll bei Real Geschichte schreiben. © AP
Ein Küsschen aufs Real-Wappen. © AP
Cristiano Ronaldo mal ganz baff angesichts der aufgreihten Pokale von Real Madrid. © AP
Ronaldo
Er kann‘s mit dem Kopf. © Getty
Ronaldo
Und mit dem Fuß. © Getty
Ronaldo
Aber das soll natürlich nur eine erste Kostprobe sein. Mehr will er in den nächsten Wochen zeigen. Viel mehr. © Getty
Ronaldo
Wie ein Model: Cristiano Ronaldo. © Getty
Ronaldo
Madrid bejubelt den Galaktischen. © Getty
Abgang unter großem Jubel. Noch nie wurde ein neuer Spieler bei einem Verein im Vorfeld so frenetisch gefeiert wie Cristiano Ronaldo. © AP

Dass er eines Tages derart gefeiert werden würde, davon konnte Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro nur träumen. Als er als junges Talent von seinem Club CD Nacional auf der Insel Madeira zu Sporting Lissabon wechselte, betrug die Ablöse umgerechnet 25 000 Euro. Er war damals zwölf und bekam in der Fußballschule des Traditionsclubs 50 Euro im Monat. Immerhin 250 Euro monatlich brachte ihm sein erster Vertrag ein. 14 Jahre später ist Ronaldo, den sie damals wegen seines schnellen Antritts “Bienchen“ nannten, dank seines neuen Arbeitgebers nicht nur teuerster, sondern auch bestbezahlter Kicker der Welt. An Manchester United zahlen die “Königlichen“ 94 Millionen, und bei Real verdient er sechs Jahre lang 13 Millionen Euro pro Saison - netto.

Der Dribbelkünstler wird nicht selten als arrogant kritisiert. “Ich bin mein Geld wert“, sagte er kürzlich. Einiges lässt sich mit seinen Ursprüngen erklären. Ronaldo stammt aus armen Verhältnissen. Geboren wurde er in Santo António nahe Madeiras Hauptstadt Funchal als Jüngster von vier Kindern. Seine Mutter Maria Dolores arbeitete als Putzfrau. Vater José Dinis war Gärtner und Platzwart von Ronaldos erstem Club CF Andorinha. Er trank sich zu Tode und wurde nur 52 Jahre alt. Ihm hat er seinen Namen zu verdanken: Der damalige US- Präsident Ronald Reagan war sein Lieblings-Politiker.

Den geliebten Vater konnte Ronaldo nicht vor dem Alkohol retten, wohl aber seinen älteren Bruder Hugo vor den Drogen: Der Torjäger bezahlte ihm diverse Entziehungskuren, wie es in der Presse heißt. Kein Wunder, dass Ronaldo als Gesundheitsfanatiker gilt und seinen Körper trimmt. 3500 Sit-ups macht er angeblich täglich, um seinen Waschbrettbauch in Form zu halten. Seinem Körper und seinem Latin- Lover-Image, dem zuletzt auch Hotel-Erbin Paris Hilton verfiel, hat Ronaldo auch seinen Erfolg als Werbe-Ikone zu verdanken. Etwa mit seiner eigenen Modemarke “CR7“, deren Namen sich aus seinen Initialen und seiner bisherigen Trikotnummer zusammensetzt. Bei Real wird er diese allerdings nicht tragen, denn die “7“ gehört Kapitän Raúl.

Zehn Millionen Euro im Jahr sollen Ronaldo seine Werbeverträge einbringen. Davon will sein Club, wie einst bei David Beckham, auch profitieren, denn Real gehört ein Teil von Ronaldos Image-Rechten. Der 24-Jährige gilt aber auch als Arbeitstier: Bei ManU sei er stets als Erster zum Training erschienen und habe den Platz als Letzer verlassen, heißt es. Mit Erfolg: Der Portugiese gewann mit Manchester dreimal die englische Meisterschaft und einmal die Champions League. 2008 wurde er als Welt- und Europas Fußballer des Jahres geehrt.

Dass er sich mit schönen Frauen umgibt und schicke Autos fährt - vor allem Ferraris haben es ihm angetan - hält er daher für normal. “Ich habe eine klare Philosophie: In meiner Freizeit genießen und bei der Arbeit alles geben.“ Über Letzteres wacht auch Mama Maria Dolores, der er jeden Wunsch von den Augen abliest.

dpa

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