Deutsche Elf auf Heimreise

Nationalmannschaft
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Marcel Schäfer (l-r), Torschütze Bastian Schweinsteiger, Mirolsav Klose, Thomas Hitzlsperger und Michael Ballack jubeln nach dem Treffer zum 1:0.

Baku - Nach einer kurzen Nacht in Baku bestiegen Joachim Löw und die deutsche Nationalelf am Donnerstag hundemüde den Flieger in die Heimat. Das Wichtigste war mit im Gepäck: Ein 2:0-Sieg gegen Aserbaidschan.

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“Unser Ziel und unser Auftrag war, drei Punkte mitzunehmen. Das haben wir geschafft“, bilanzierte Löw nach dem ungefährdeten 2:0 (1:0)-Sieg, mit dem der Vize-Europameister am Mittwochabend beim ungewöhnlichen Frühstart in die Länderspiel-Saison im Tofik-Bachramow-Stadion in Aserbaidschan Kurs auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gehalten hatte.

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Abwehrchef Per Mertesacker brachte das Fazit des dreitägigen Ausflugs in die Kaukasusrepublik auf den Punkt: “Hier haben sich viele Mannschaften schwergetan, wir gehören jetzt auch dazu.“ Immerhin: Ex-Bundestrainer Berti Vogts wurde nicht zum Spielverderber und zeigte sich als fairer Verlierer. “Glückwunsch Deutschland. Sie haben die drei Punkte verdient.“

Berauschend und WM-reif war es aber nicht, was die favorisierte DFB -Elf abgesehen von den Toren der beiden Bayern-Profis Bastian Schweinsteiger (12. Minute) und Miroslav Klose (54.) gegen den Punktelieferanten fußballerisch anzubieten hatte. Aber mit dem sechsten Sieg im siebten Spiel wurde die Tabellenführung in der Gruppe 4 mit 19 Punkten zwei Monate vor dem wohl alles entscheidenden Endspiel in Moskau gegen Verfolger Russland (15), der noch eine Partie mehr auszutragen hat, erwartungsgemäß gefestigt.

Löw glaubt zwar, dass die Entscheidung über Platz eins, der die direkte Qualifikation für Südafrika bringt, erst am letzten Spieltag fallen wird. Aber seine Rechnung für den Gruppensieg verhehlte er in Baku angesichts von noch zwei Heimspielen gegen Aserbaidschan (9. September in Hannover) und zum Abschluss am 14. Oktober in Hamburg gegen Finnland sowie unmittelbar davor in Moskau (10. Oktober) nicht mehr: “Natürlich ist unser Spiel in Russland wichtig. Sollten wir da ein Unentschieden erreichen, müssen wir das letzte Spiel gegen Finnland gewinnen“, sagte Löw, der erneut warnte: “Man darf sich keinen Ausrutscher leisten.“

Gegen die weiterhin sieg- und torlosen Aserbaidschaner drohte solches Ungemach nicht, auch wenn Löw bekannte: “Ein Abend ohne Sorgen war das sicherlich nicht.“ Auch Kapitän Michael Ballack räumte ein: “Zu bemängeln ist sicher einiges.“ Das Spiel kam zu früh, wie die selbstkritischen Akteure und auch der Bundestrainer hervorhoben. “Niemand unserer Spieler ist jetzt in seiner absoluten Top- Verfassung, das wäre auch ein kleines Wunder. Dafür brauchen sie fünf, sechs, sieben Spiele“, sagte Löw.

“Wir können alle noch eine Schippe drauflegen“, bestätigte auch Mertesacker, der die Pflichtaufgabe in Baku trotzdem nicht als aussagefähig für die erwartete Alles-oder-nichts-Partie in Russland ansehen mochte: “Das sind komplett andere Spiele.“ Womöglich kann auch Vogts noch Schützenhilfe leisten, denn am letzten Spieltag empfängt Aserbaidschan die Russen: “Ich kann nur die Daumen drücken, dass Deutschland als Gruppenerster durchkommt“, sagte der 62-Jährige.

dpa

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