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Fans senden Plakat-Botschaft an die FIFA – DFB schaltet die Polizei ein

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Von: Marius Epp

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Kurz nach Anpfiff des Länderspiels Deutschland gegen Italien attackierten Fans die FIFA mit einem Plakat. Anschließend wurden sie von der Polizei festgehalten.

Mönchengladbach - Einige Fans nutzten die Plattform des Nations-League-Spiels Deutschland gegen Italien (der DFB-Sieg im Ticker zum Nachlesen), um eine Botschaft an die FIFA zu senden. Kurz nach dem Anpfiff war im Gladbacher Borussia-Park ein Banner auf Höhe der Mittellinie deutlich zu erkennen: „15.000 Tote für große Kulissen – FIFA und Co. ohne Gewissen!“

Mit dem Plakat kritisieren die Anhänger die Vergabe der bevorstehenden WM an Katar. Das Emirat wurde in der Vergangenheit immer wieder wegen Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit dem Bau der WM-Stadien angeprangert.

FIFA-kritisches Banner bei Deutschland - Italien: DFB schaltet Polizei ein

Die Fans, die das Banner gehisst hatten, verließen das Stadion bereits nach den ersten Minuten, wie Simon Bender von der Fanhilfe im Gespräch mit dem Deutschlandfunk erklärte. Außerhalb des Borussia-Parks wurden sie dann auf Initiative des DFB festgehalten und mussten ihre Personalien vorzeigen. „Die Frage für uns lautete, was ihnen vorgeworfen wird“, sagte Bender.

Fans schießen mit einem Banner gegen die Vergabe der WM nach Katar.
Fans schießen mit einem Banner gegen die Vergabe der WM nach Katar. © IMAGO/Revierfoto

„Der DFB ist auf die Polizei zugegangen“, erklärte Polizeisprecher Wolfgang Röthgens. Der Verband habe durch das schnelle Verlassen des Stadions gefürchtet, die Anhänger wären ohne Ticket ins Stadion gelangt. Dieser Verdacht konnte aber schnell ausgeräumt werden, die Fans zeigten ihre gültigen Tickets vor. „Das geschah ausdrücklich nicht zur Strafverfolgung. Das Zeigen des Plakats ist durch die freie Meinungsäußerung gedeckt“, so der Polizeisprecher.

WM 2022 in Katar: Mehr als 15.000 Nicht-Katarer zwischen 2010 und 2019 umgekommen

ZDF-Kommentator Oliver Schmidt griff das Plakat im TV auf: „Eine deutliche, eine wahre Botschaft. Und gut, dass sie hier ihren Platz hat.“ Seine Kollegen in der Regie hatten derweil nicht alles im Griff.

In den sozialen Medien hatte die kurzfristige Festnahme der Fans für reichlich Unmut gesorgt. Amnesty International hatte im August 2021 einen Bericht über den Tod von mehr als 15.000 Nicht-Katarern zwischen 2010 und 2019 veröffentlicht. Die Zahl bezieht sich nicht allein auf die WM-Baustellen. Die Ursachen der Todesfälle seien demnach oft nicht richtig untersucht worden. (epp)

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