Champions League

Entscheidung am Mittwoch: Europapokal-Reform vor Abschluss

Europapokal-Reform
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Die Champions League soll ab 2024 in einem neuen Format gespielt werden.

Der Europapokal steht vor einer umfangreichen Reform - noch gibt es offene Fragen und Konfliktpotenzial. Die Reaktionen aus der Bundesliga verdeutlichen die Hintergründe.

Nyon (dpa) - Die Reform kommt. An diesem Mittwoch soll das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union die tiefgreifenden Änderungen im Europapokal absegnen.

Die Champions League wird dann ab 2024 in einem neuen Format gespielt - mit mehr Teilnehmern und deutlich mehr Partien. Nach Ansicht von Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sei das «der einzige Weg», um eine Super League der Spitzenclubs zu verhindern.

Was soll konkret beschlossen werden?

Die Champions League soll ab der Saison 2024/25 von 32 auf 36 Mannschaften aufgestockt, die Gruppenphase durch das sogenannte «Schweizer Modell» ersetzt werden. Gespielt wird dann nicht mehr in acht Vorrundengruppen sondern in nur einer Liga, in der aber nicht Jeder gegen Jeden antritt, sondern die Gegner nach Vorjahresplatzierung zugelost werden. Die mächtige Clubvereinigung ECA plädiert für zehn statt bisher sechs garantierte Spiele. Die besten acht Teams qualifizieren sich in diesem System für das Achtelfinale, die weiteren Plätze würden in Playoffs vergeben. Insgesamt würde die Anzahl der Spiele in einer Königsklassen-Saison damit um 100 ansteigen. Einem Bericht der ARD-«Sportschau» zufolge soll der neue Modus bis 2033 gelten.

Was sind die Streitpunkte?

Die Vereinigung der European Leagues, der auch die Deutsche Fußball Liga angehört, spricht sich für nur acht garantierte Spiele pro Verein aus - was im Vergleich zum aktuellen Format noch immer 64 zusätzliche Champions-League-Partien bedeuten würde. Zudem gibt es noch keinen Konsens in der Zulassung der vier zusätzlichen Teams. Die ECA möchte eine Art Sicherheitsnetz für über die heimische Liga nicht qualifizierte, aber in der Vergangenheit europäisch erfolgreiche Clubs. Aktuell würde beispielsweise der Bundesliga-Tabellenfünfte Borussia Dortmund profitieren. Die European Leagues plädieren dagegen für garantierte Startplätze für Meister aus kleineren Ligen. Diskutiert wird zudem über die Verteilung der Einnahmen, die durch die zusätzlichen Spiele massiv steigen dürften.

Was sagen die Bundesliga-Vertreter?

Die Bundesliga-Topclubs gehören der ECA an. «Die Spitzenclubs stehen aktuell unter enormem Druck, weil die Verluste, die gerade wegen der Corona-Pandemie eingefahren werden, unfassbare Dimensionen erreicht haben», sagte BVB-Geschäftsführer Watzke zuletzt den «Ruhr Nachrichten». «Insofern musste schon ein Format gefunden werden, das eine Super League abwendet.» Die Gründung einer geschlossenen Liga der Topclubs steht als Drohkulisse immer wieder im Raum, wenn es um Reformen und die Geldverteilung im Europapokal geht. Entsprechend hat die ECA mehr Einfluss auf die UEFA als die Ligen-Vereinigung. Im Exekutivkomitee sitzen zwei ECA-Vertreter und einer der European Leagues.

Und die Fans? 

Im Dortmunder Stadion hatte das Fanbündnis «Südtribüne Dortmund» zuletzt beim Champions-League-Spiel gegen den FC Sevilla ein Banner mit der Aufschrift «Stop UCL Reforms!» aufgehängt. Die Interessengemeinschaft «Unsere Kurve» schrieb in einer Stellungnahme: «Die Reform darf nicht auf Kosten der nationalen Ligen gehen!» Die Drohkulisse einer Super League dürfe «nicht zu faulen Kompromissen führen». Konkret solle es unter anderem «keine zusätzlichen Spieltage in den UEFA-Wettbewerben» sowie eine gerechtere Verteilung der Einnahmen geben.

© dpa-infocom, dpa:210328-99-01842/3

Europäische Fußball-Union

Klubvereinigung ECA

European Leagues

Bericht der Sportschau

Stellungnahme Unsere Kurve

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