Nur Blumen, keine Punkte

Paderborn will von Vorbild Freiburg lernen

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Paderborns Trainer Baumgart hält auch in der Ersten Liga an seinem schnellen, risikofreudigen Angriffsfußball fest. Foto: Friso Gentsch

Zweimal furios gespielt, zweimal verloren: Aufsteiger SC Paderborn steht in der Bundesliga noch mit null Punkten da. Für Trainer Steffen Baumgart ist jetzt das Wichtigste: Bloß nicht den Glauben an den eigenen Weg verlieren.

Paderborn (dpa) - Nach 180 Minuten als Bundesliga-Trainer ist für Steffen Baumgart klar: "Es geht darum, nicht jede Woche Blumen zu kriegen, sondern auch Punkte." Zweimal ist sein SC Paderborn nun in der Ersten Liga angetreten, zweimal ist er mit Lob überschüttet worden.

Allerdings hat der Aufsteiger auch beide Spiele trotz zeitweise furioser Leistung verloren: Nach dem 2:3 in Leverkusen jetzt auch mit 1:3 (1:2) bei der Heimpremiere gegen den SC Freiburg. "Wir machen zwei geile Spiele und nehmen nicht einen Punkt mit", haderte Stürmer Sven Michel. "Es kann doch nicht angehen, dass wir vorne drei oder vier Tore schießen müssen, um ein Spiel zu gewinnen."

Im Grunde ist aber erst einmal nur das passiert, wovor Baumgart immer warnt. Der Trainer hält auch nach dem Durchmarsch von der Dritten in die Erste Liga an seinem schnellen, risikofreudigen Angriffsfußball fest. Ihm war immer klar: Es wird Rückschläge geben, es wird jede Woche gegen einen mindestens erfahreneren Gegner gehen - man darf nur nie das Vertrauen in die eigene Idee verlieren. "Wir müssen natürlich lernen, nicht mehr so viele Fehler zu machen", sagte der Trainer. "Wir müssen aber auch sehen, dass wir bei uns bleiben. Jetzt fahren wir nächste Woche nach Wolfsburg und versuchen es dort wieder."

Dass Paderborn auch mit seinem Stil in dieser Liga bestehen kann, ist die eigentliche Erkenntnis der ersten zwei Spiele. "Die legen ein unfassbares Tempo hin. Das ist nur schwer zu verteidigen", lobte Freiburgs Torwart Alexander Schwolow.

Dass Paderborn hinten patzt und vorne viel zu viele Chancen liegenlässt, war gegen Freiburg das Kernproblem. Das muss aber keines bleiben. Denn noch fehlt es dem Außenseiter an Kaltschnäuzigkeit, nicht aber an Klasse. Das lebte an diesem Samstag niemand besser vor als der Stürmer Streli Mamba, der im Sommer von Energie Cottbus kam.

In der dritten Minute schoss er das 1:0 für Paderborn, schon in der neunten Minute lief er dann ein zweites Mal allein auf Schwolows Tor zu. "Ich habe letzte Saison noch in der Dritten Liga gespielt. Ich dachte: Da kommt keiner mehr", sagte der 25-Jährige. Doch da kam noch einer, Freiburgs Verteidiger Nico Schlotterbeck hinderte ihn am Torschuss. Diesen Reifeprozess müssen fast alle Paderborner noch durchmachen. Nur die beiden Verteidiger Uwe Hünemeier und Christian Strohdiek gehörten schon im ersten Bundesliga-Jahr 2014/15 zum Team.

Die Freiburger waren für den SCP schon immer ein Vorbild, wenn es darum ging, wie man sich als vergleichsweise kleiner Club ohne große Fußballtradition in der Ersten Liga etabliert. Auch dieser SC hatte nicht viel mehr als eine klare Spiel- und Vereinsphilosophie, als er 1993 zum ersten Mal dort auftauchte.

Mittlerweile spielen die Freiburger ihr 20. Bundesliga-Jahr und starteten zum ersten Mal mit zwei Siegen in eine Saison. Bei ihnen kann sich der SC Paderborn nicht nur "die Ruhe, die Kontinuität und die Nachwuchsförderung" abschauen (Sportchef Martin Przondziono), sondern auch die nötige Cleverness auf dem Platz. Das 1:1 schoss Luca Waldschmidt per Handelfmeter (21.). Danach trafen noch Nils Petersen (40.) und Chang-Hoon Kwon (90.+1). "Jetzt haben wir sechs Punkte, das ist wahnsinnig wichtig. Aber wir müssen schauen, dass wir noch stabiler werden", sagte Trainer Christian Streich.

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