"War auch nicht schwer"

Tedesco bleibt nach ermutigender Niederlage

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Nächste Schalker Pleite: Trainer Domenico Tedesco muss seine Spieler erneut aufbauen. Foto: Carmen Jaspersen

Die Lage des FC Schalke 04 im Bundesliga-Abstiegskampf wird allmählich prekärer. Der Druck auf Trainer Tedesco wächst. Es gibt aber einen leichten Hoffnungsschimmer.

Bremen (dpa) - Die erneute Niederlage soll für den abgestürzten Vize-Meister FC Schalke 04 zum Aufbruch-Signal werden.

Das 2:4 (1:1) bei Werder Bremen beschworen die Königsblauen als Trendwende, Trainer Domenico Tedesco wird auch im sportlich wohl aussichtslosen Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League bei Manchester City (2:3) auf der Bank sitzen.

Tedesco selbst wurden die Lobes-Hymnen auf eine Niederlage angesichts der immer bedrohlicher werdenden Situation im Abstiegskampf dann offenbar fast schon zu viel. "Lieben Dank, aber es geht um Punkte. Und die fehlen uns", sagte er und merkte mit Blick auf das desaströse 0:3 in Mainz und das noch schlimmere 0:4 gegen Düsseldorf fast schon sarkastisch an: "Eine Steigerung im Vergleich zu den letzten beiden Spielen war auch nicht wirklich schwer." Gleichzeitig gab er sich kämpferisch: "Solange ich das Vertrauen dieses großartigen Clubs habe, gebe ich Vollgas, bis ich dieses Vertrauen nicht mehr bekomme."

Am Samstag holte Tedesco sein Team zu einer kurzen Einheit zusammen, am Sonntag gab er frei, um vor dem Abflug nach England am Montag einmal abzuschalten. In Manchester, das scheint klar, geht es nach dem 2:3 im Hinspiel vorrangig darum, sich ordentlich zu verabschieden und keinen Wirkungstreffer in Form einer zermürbenden Niederlage einstecken zu müssen.

Das zu vermeiden, traut Jochen Schneider Tedesco aber offenbar zu. Der neue Sportvorstand hatte dem Trainer bei seiner Vorstellung in der Vorwoche den Rücken gestärkt. Und sah sich in Bremen zumindest größtenteils bestätigt. "Wir brauchen eine Trendwende in der Leistung. Die haben wir heute bis zum Gegentreffer zum 1:2 gesehen", sagte Schneider: "Das gibt uns Kraft und Zuversicht." Gleichzeitig gab er zu, dass er sich die "Trendwende gerne etwas ausgeprägter" gewünscht hätte. In Form von Punkten.

Denn die Zahlen sind alarmierend: Seit sieben Spielen wartet Schalke auf einen Erfolg, Relegationsplatz 16 ist nur vier Punkte entfernt. "Keine Punkte, keine Trendwende", beschrieb es deswegen Stürmer Guido Burgstaller. "Es warten harte Zeiten auf uns." Nach dem Auswärtsspiel in Manchester kommt in RB Leipzig ein Spitzenteam in die Arena. "Es wird nicht leichter", befürchtet Burgstaller.

Zumindest wissen die Schalker ihre Fans im Rücken, die Stimmung kippt noch nicht vollends. Die rund 4500 Anhänger in Bremen bekamen von Sportchef Schneider noch ein Extra-Lob. Anders als noch vor einer Woche gegen Düsseldorf, unterstützen sie ihr Team über die komplette Spielzeit. "Überragend", nannte es Schneider. "Solch kleine Dinge gilt es jetzt aufzubauen."

Ein weiterer kleiner Hoffnungsschimmer: Das Startelf-Comeback von Doppeltorschütze Breel Embolo. Der Schweizer brachte laut Tedesco "viel Wucht" in die Mannschaft, was nicht nur bei seinen beiden Treffer zu sehen war. "Er ist ein Tier", schwärmte Kapitän Benjamin Stambouli vom lange verletzten Angreifer.

Doch die nächste schlechte Nachricht für Schalke und Tedesco folgte umgehend: Daniel Caligiuri musste kurz vor Schluss ausgewechselt werden. Am Samstag bestätigte sich aber nicht der zunächst befürchtete Wadenbeinbruch. Der 31-Jährige erlitt einen "Riss der vorderen Syndesmose", teilte der Club mit. Die Ausfallzeit werde vier bis sechs Wochen betragen.

Bei dem Ausfall des Routiniers im Abstiegskampf hatte selbst der Gegner Mitleid. "Heute ist einiges gegen Schalke gelaufen", sagte Werder-Trainer Florian Kohfeldt. "Ich kann da mitfühlen, es ist keine einfache Situation."

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