Jüngste deutsche WM-Spielerin im Porträt

DFB-Küken Lena Oberdorf: Zwischen Frauen-WM und Abi-Stress - „Von ihr wird man noch viel hören“

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Karriere wie im Rausch - Lena Oberdorf spielt trotz ihrer erst 17 Jahren bereits eine große Rolle in den Überlegungen des DFB.

Lena Oberdorf wird eine große Karriere vorausgesagt, sie hat mit ihren 17 Jahren schon jetzt einiges erreicht. Gegen China feierte sie ein historisches WM-Debüt und nebenbei paukt sie fürs Abitur. Die Schülerin im Porträt.

Lille - Lena Oberdorf, ein Name, den man sich merken sollte. Der Schülerin gelang im ersten Gruppenspiel der Frauen-WM gegen China Historisches - mit 17 Jahren, fünf Monaten und 20 Tagen knackte sie in ihrem vierten Länderspiel den DFB-Rekord als jüngste deutsche Spielerin bei einer WM. 

Zur Halbzeit wechselte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg Oberdorf für Carolin Simon ein, um wieder mehr Zugriff in der Zentrale zu bekommen. Fortan agierte die WM-Debütantin auf der Sechserposition - was ihr durchaus gut gelang, wie auch die Trainerin konstatierte: „Lena hat das überragend gemacht.“ Dabei kann sie ohnehin nahezu alles spielen, ihr großes Plus ist die Flexibilität. Gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur verrät sie sogar, dass sie in der Jugend auch im Tor Stand. Am wohlsten fühlt sich die Allrounderin allerdings in der Zentrale. 

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg ist vom DFB-Küken vollends begeistert: „Lena hat das überragend gemacht.“

Oberdorf stammt aus einer sportbegeisterten Familie. Ihre Mutter war Leichtathletin, ihr Bruder Tim unterzeichnete vor wenigen Tagen einen Vertrag bei der zweiten Mannschaft von Bundesligist Fortuna Düsseldorf. Die in Gevelsberg im Ruhrgebiet geborene Oberdorf fand somit früh die Begeisterung für den Sport im Allgemeinen und den Fußball im Speziellen: „Mein Bruder und mein Papa haben zu Hause immer im Garten gezockt. Und dann kam ich halt: Ich will mitspielen, ich will mitspielen!“

Lena Oberdorf - DFB-Küken brilliert in sämtlichen Jugendteams

Oberdorf durchlief sämtliche DFB-Nachwuchsteams - natürlich jeweils als Jüngste. Als Zwölfjährige debütierte sie bei der U15-Nationalmannschaft, zwei Jahre später spielte sie bei der U17-WM und im vergangenen Jahr war sie als 16-Jährige bei der U20-WM dabei. Erst letzten Sommer wechselte Oberdorf, die bis zur B-Jugend in Jungsmannschaften spielte, zum Bundesligisten SGS Essen. Schon in der ersten Saison gelang ihr der Durchbruch, dabei hatte sie nur auf ein paar Einsätze gehofft: „Durch die Verletzung von Linda Dallmann bin ich irgendwie in die Startelf gerutscht“. In den bisher 16 Erstligaspielen gelangen der 17-Jährigen bereits neun Treffer. Im Januar lud sie der DFB aufgrund der starken Leistungen ins Trainingslager nach Marbella ein und im April debütierte sie im Freundschaftsspiel gegen Schweden - es könnte der Anfang einer großen Karriere im DFB-Dress gewesen sein.

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Lena Oberdorf - Zwischen Frauen-WM und Abi-Stress

Das Leben als jüngste WM-Spielerin kann allerdings auch stressig sein. Neben der Nationalmannschaft laufen parallel die Vorbereitungen auf das Abitur 2020. Oberdorf besucht aktuell die 11. Klasse eines Gymnasiums in Gevelsberg. In der ersten WM-Woche musste die 17-Jährige deshalb noch für die Schule pauken und sogar zwei Klausuren schreiben - Pädagogik und Sport-Leistungskurs zum Thema Muskelphysiologie. Was war schwerer, die Klausuren oder das Spiel gegen China? „Definitiv das Spiel“, sagt sie lachend. 

DFB-Küken Lena Oberdorf: „Von ihr wird man noch viel hören“

Ihre Mitspielerinnen bewundern die Art des Shootingstar, der für sein Alter erstaunlich reif und abgeklärt wirkt, und dennoch bodenständig ist. Nationalspielerin Marina Hegering, ebenfalls in Essen unter Vertrag, lobt: „Lena ist bei uns in Essen mit 17 schon Leistungsträgerin. Das ist ja nicht selbstverständlich. Aber sie ist bereits eine Persönlichkeit auf dem Platz, hat Ausstrahlung und weiß sich gut zu verkaufen“, rühmt Hegering: „Von ihr wird man noch viel hören“. Womöglich bereits im nächsten Spiel der DFB-Frauen am Mittwoch gegen Spanien.

Den Auftaktsieg haben die DFB-Frauen ebenfalls einer jungen Spielerin zu verdanken. Die 19-jährige Siegtorschützing Giulia Gwinn zeigt sich in den sozialen Netzwerken auch von einer freizügigen Seite.

as/dpa

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