Nach der "Spa-Flucht": Scharfe Kritik an Maradona

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Diego Maradona bläst der Wind ins Gesicht.

Buenos Aires - Nach Diego Maradonas Flucht in ein italienisches Wellness-Hotel gibt es scharfe Kritik aus den eigenen Reihen. Ein Spieler versteht nicht, warum das Team so schlecht ist.

“Offensichtlich kann der Trainer das richtige Team nicht finden“, sagt Mittelfeldspieler Juan Sebastián Verón. Das berichten argentinische Medien. “Es fällt uns schwer zu verstehen, warum wir als Team nicht funktionieren“, sagt der Nationalspieler. Er fürchte, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ohne Argentinien stattfinden könne, sagte der als enger Vertrauter des argentinischen Nationaltrainers Maradona geltende Spieler weiter. “Alles ist möglich.“

Auch der viel kritisierte Superstar Lionel Messi zeigte sich besorgt. “Es wäre furchtbar, wenn wir nicht zur WM fahren würden“, sagte er der französischen Sportzeitung “France Football“. Messi, der bei seinen Auftritten in der Nationalmannschaft unter Maradona bisher nicht so glänzen konnte wie beim FC Barcelona, verteidigte sich: “An das System von Barca bin ich gewöhnt, ich liebe es. Wir spielen auf Angriff, wir sind immer offensiv und das gefällt mir.“

Messi übt Selbstkritik

Trotzdem übte der 22-Jährige Selbstkritik. “Ich muss mich taktisch noch verbessern.“ Mittelfeldspieler Verón nahm Messi jedoch in Schutz. “Wir erwarten von ihm in der Nationalmannschaft, dass er fünf Gegenspieler ausdribbelt und dann das Tor macht. Aber wir können nicht die gesamte Verantwortung auf ihn laden.“

Maradona war am Sonntag nach Italien geflogen, ohne sich bei den Spielern oder beim argentinischen Fußballverband AFA abzumelden. In einem Spa-Hotel in Meran will er mindestens zwei Wochen gegen sein Übergewicht kämpfen und das kurz vor der heißen Phase der WM- Qualifikation: Gegen Peru (10. Oktober) und Angstgegner Uruguay (14. Oktober) müssen die Argentinier unbedingt gewinnen, um sich noch für die WM zu qualifizieren.

Davor steht noch ein Freundschaftsspiel gegen Ghana auf dem Programm (30. September). Der argentinische Fußball-Verband (AFA) hat Carlos Bilardo, der zuletzt “Berater-Funktionen“ ausgeübt hatte, zum vorläufigen Chef- Coach des Weltmeisters von 1978 und 1986 ernannt.

dpa

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