Ohrenschützer für die Selecao

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Die Fans der “Bafana, Bafana“ sind für das Halbfinale gegen Brasilien gerüstet.

Johannesburg - Brasilien bekommt von den Bafana Bafana was auf die Ohren. Vor dem Halbfinal-Schlager beim Confederations Cup in Südafrika am Donnerstag (20.30/DSF) haben die Profis des Gastgebers ihre Fans zu lautstarker Unterstützung aufgerufen.

 “Ich hoffe, die blasen da noch kräftiger in die Vuvuzelas. Das wird uns einen psychologischen Vorteil verschaffen“, sagte Torwart Rowen Fernandez von Arminia Bielefeld. Dabei jammern die Spieler der Seleção schon seit Tagen über den ohrenbetäubenden Lärm der Plastiktröten, der im Ellis Park Stadion für den fünfmaligen Weltmeister zu einem Sturm anschwellen wird.

Vor dem Duell zwischen Südafrikas brasilianischem Coach Joel Santana mit der Auswahl seines Heimatlandes und seinem früheren Schützling Carlos Dunga, beklagte sich Abwehrspieler Andre Santos: “Man sollte die Dinger verbieten. Für die Südafrikaner ist das vielleicht Fiesta, aber uns stört das nur.“ Fernandez will davon nichts wissen: “Die erzeugen doch eine typisch afrikanische Atmosphäre bei den Spielen.“

Unabhängig von den Nebengeräuschen fiebert das WM-Gastgeberland dem Spiel gegen den favorisierten Titelverteidiger entgegen - allen voran der in Rio de Janeiro geborene Santana. “Ich bin stolz, Brasilianer zu sein, und es ist für mich eine große Ehre, gegen mein Land anzutreten“, sagte der 61-Jährige. “Viele Leute sind über den Fußball, den die Bafana Bafana spielt, sehr überrascht. Wir wollen jedem Team auf Augenhöhe begegnen. Unser Ziel ist es, Erfahrungen gegen Kaká, Robinho und die weiteren großen Namen zu sammeln. Wir sind in der Lage, ein tolles Spiel zu bestreiten und werden versuchen, dem Druck der Brasilianer standzuhalten.“ Gleichzeitig betonte Sanatana, der 1987 für fünf Monate Dungas Coach bei CR Vasco da Gama war: “Ich bin zu 100 Prozent auf die Bafana Bafana konzentriert. Meine Arbeit ist hier in Afrika.“

Der Chefcoach muss sich trotz des Erreichens des Halbfinals weiter gegen Kritiker wehren, die ihm seine defensive Taktik ankreiden und nun befürchten, Santana werde gegen Brasilien eine “Chinesische Mauer“ errichten. “Wenn wir nur verteidigen, werden wir bestraft. Der einzige Weg ist eine angriffsorientierte Aufstellung, um den Gegner zu beschäftigen“, sagte Ex-Nationaltrainer Clive Barker. Die Südafrikaner machen sich mit dem glorreichen 3:1-Sieg gegen die Seleção bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney Mut und verweisen auch auf ein Testspiel 1996 in Johannesburg , als sie 2:0 gegen Brasilien führten, dann aber gegen Bebeto, Romario und Rivaldo noch 2:3 verloren.

“Wir spielen gegen einige der teuersten Spieler der Welt, aber wir brauchen sie nicht auf ein Podest stellen“, sagte Schlussmann Fernandez. “Südafrika ist eine Mannschaft in der Entwicklung, doch wir wissen, dass sie für uns eine schwere Prüfung sein werden“, meinte Dunga. “Sie sind athletisch, schnell und haben das Publikum hinter sich. Doch wir werden vorbereitet sein.“ Seine Spieler sind nach der Gala gegen Italien bereits in Gedanken beim möglichen Traumfinale gegen Europameister Spanien. “Ich glaube nicht, dass es bei diesem Turnier noch weitere Überraschungen geben wird“, meinte Stürmer Luis Fabiano vom FC Sevilla, der mit drei Treffern die Torschützenliste bei der Mini-WM anführt.

dpa

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