Ukrainischer Präsident blockiert Geld für EM 2012

+
Viktor Juschtschenko

Kiew/Moskau - Die Finanzierung der Fußball-Europameisterschaft 2012 in der Ukraine ist nach einem Machtwort von Präsident Viktor Juschtschenko wieder völlig offen.

Das Staatsoberhaupt habe mit seinem Veto ein Gesetz blockiert, nach dem die Nationalbank umgerechnet 880 Millionen Euro für die EURO in den Staatshaushalt zahlen muss. Das berichteten Medien in Kiew am Dienstag . Juschtschenko fürchtet nach eigenen Worten, dass das Geld zweckentfremdet werden könnte. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte mehrfach eine schleppende Vorbereitung des Turniers in der Ex-Sowjetrepublik kritisiert. Co-Veranstalter der EM 2012 ist Polen.

Die Entscheidung des Präsidenten kommt überraschend, nachdem er erst im Juni in einem dramatischen Appell vom Parlament in Kiew eine schnellere Freigabe von Mitteln für die EM gefordert hatte. Daraufhin hatte die Oberste Rada trotz der Finanzprobleme des Landes das Geld vor allem für den Ausbau von Stadien, Flughäfen und Straßen bewilligt. UEFA-Präsident Michel Platini hatte vor kurzem gemahnt, dass von allen ukrainischen Bewerbern nur die Hauptstadt Kiew derzeit in der Lage sei, in drei Jahren EM -Spiele auszurichten.

Laut Platini haben die Bewerberstädte in der Ukraine zum Erfüllen der Auflagen nur bis Ende November Zeit. Das UEFA-Exekutivkomitee will bei einem Treffen am 10./11. Dezember in Portugal endgültig über die Gastgeber-Städte für 2012 entscheiden. Als Ausrichter-Alternative für die Ukraine hatte Platini bereits Deutschland ins Spiel gebracht. Dies wird aber von Mit-Veranstalter Polen offiziell nicht unterstützt. Beobachter in Kiew sehen auch einen Machtkampf zwischen Juschtschenko und seiner innenpolitischen Rivalin, Regierungschefin Julia Timoschenko , als einen Grund für die andauernden Probleme.

dpa

Auch interessant

Kommentare