Huth feiert gegen China Comeback - Enke im Tor

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Robert Huth.

Shanghai - Robert Huth feiert nach drei Jahren beim Länderspiel gegen China sein Comeback in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Der 24-Jährige vom FC Middlesbrough wird am Freitag in Shanghai zusammen mit dem Berliner Arne Friedrich in der Innenverteidigung spielen. "Ich möchte Robert Huth eine Chance geben. Ich hatte ihn nie abgeschrieben. Er macht körperlich einen gut austrainierten Eindruck", erklärte Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag in Shanghai.

"Die Rückkehr war immer ein Wunsch von mir. Zwei Jahre war ich immer verletzt, in der letzten Saison hat es wieder besser geklappt", sagte Huth zu seinem Comeback wenige Tage nach dem enttäuschenden Abstieg mit Middlesbrough aus der Premier League in England. Sein 17. und bislang letztes Länderspiel hatte der kantige Verteidiger 2006 im WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador (3:0) bestritten.

Den in der Vergangenheit meist als rechter Verteidiger eingesetzten Berliner Friedrich möchte Löw auch mal wieder im Abwehrzentrum testen. "Ich plane dort mit ihm in den nächsten Etappen", sagte Löw mit Blickrichtung WM 2010.

Löw schraubte wegen der Nachwirkungen der langen Anreise und des Jetlags seine Erwartungen an den ersten Auftritt seines 17-köpfigen Rumpfkaders während der umstrittenen Asienreise zurück. "Man merkt, dass alle noch mit der Zeitumstellung und den Reisestrapazen zu kämpfen haben. Es ist nicht so einfach, das wegzustecken", sagte der Bundestrainer. Der krasse Außenseiter China, dessen junge Auswahl die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika bereits verpasst hat, "wird uns körperlich alles abverlangen", glaubt Löw. Trotz der widrigen Voraussetzungen hofft er, "dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu absolvieren".

Auszufallen droht der Schalker Heiko Westermann, der sich bei der ersten Übungseinheit in Shanghai eine "sehr schmerzhafte" Sehnenverletzung am rechten Fuß zugezogen hatte. Es bestehe aber "kein Risiko einer schweren Verletzung", sagte Löw.

Noch vor dem öffentlichen Abschlusstraining am Nachmittag (Ortszeit) im "Shanghai Stadium" gab der Chefcoach zudem bekannt, dass Robert Enke trotz seiner Kopfverletzung im Tor stehen wird. "Es besteht keine Gefahr. Robert hat auch keine Angst. Er wird die Wunde mit einem Turban abdecken", erläuterte Löw. Die Fäden würden erst nach der Partie gezogen. Der erstmals nominierte Schalker Manuel Neuer muss sich bis zur zweiten Station der Asienreise gedulden. Der 23-Jährige wird am kommenden Dienstag in Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate sein Länderspiel-Debüt feiern. Ob von Anfang an, soll erst vor Ort entschieden werden.

Das Gerüst der Notelf ohne Leistungsträger wie Kapitän Michael Ballack, Miroslav Klose oder Per Mertesacker werden erfahrene Kräfte wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Thomas Hitzlsperger bilden. Im Angriff vertraut Löw auf den Neu-Münchner Mario Gomez und Köln-Rückkehrer Lukas Podolski. "Beide waren in der Endphase der Bundesliga sehr präsent", sagte Löw. Als einziger der insgesamt fünf Neulinge ist der frischgebackene deutsche Meister Christian Gentner für die Startformation eingeplant. "Er hat sich enorm entwickelt in Wolfsburg", betonte Löw. Wer in Abwesenheit von Ballack und Klose die Kapitänsbinde tragen darf, verriet der Bundestrainer nicht. Favorit ist Lahm, weitere Kandidaten Schweinsteiger und auch Geburtstagskind Friedrich, der am Spieltag 30 Jahre alt wird.

dpa

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