Meisterschaftskampf

Löwen verlieren - und der Rest der Liga hofft auf Spannung

+
Die Füchse aus Berlin fügten den Löwen eine überraschende Niederlage zu.

Durch die Niederlage in Berlin haben die Rhein-Neckar Löwen unfreiwillig für Spannung im Meisterschaftskampf gesorgt. Der Titelverteidiger hat aber weiterhin die beste Ausgangsposition.

Berlin/Mannheim - Bevor er seine geprügelten Löwen für zwei Tage nach Hause schickte, legte Nikolaj Jacobsen den Finger tief in die Wunde. "Das war auch eine Qualitätsfrage", sagte der Trainer der Rhein-Neckar Löwen nach der in allen Belangen enttäuschenden 23:29 (11:12)-Niederlage bei den Füchsen Berlin: "Fast die gesamte Mannschaft ist in dieser Hinsicht ausgefallen." Der Rest der Handball-Bundesliga hofft deshalb auf ein bisschen mehr Spannung im Saisonfinale.

Zwar könnte sich der Titelverteidiger aufgrund der guten Tordifferenz in den verbleibenden vier Spielen sogar noch eine Niederlage leisten und würde trotzdem die dritte Meisterschaft in Folge feiern. Der Sonntag in Berlin spricht aber nicht gerade für die Mannheimer. "Die Füchse waren auf jeder Position besser als wir", sagte Nationalspieler Patrick Groetzki, noch einer der besseren Mannheimer in der Halle.

"Wir müssen jetzt unsere Kräfte sammeln", sagte Jacobsen und begründete die trainingsfreie Zeit bis Mittwoch: "Die einzige Entschuldigung für meine Mannschaft ist, dass dies das vierte Spiel in acht Tagen war. Es war körperlich, aber vor allem auch mental ein extrem schwieriges Spiel für uns." Bangen muss der Coach noch um den Einsatz von Nationalspieler Steffen Fäth. Der 28-Jährige musste nach gut 20 Minuten mit einer Knieverletzung vom Feld getragen werden, die Diagnose steht noch aus.

Füchse-Manager Hanning: „Das war eine der besten Leistungen in dieser Zeit, ein ganz großes Spiel von uns“

Der Berliner Held von 9000 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle war der überragende Torhüter Silvio Heinevetter, der 20 Bälle parierte. Vorne war vor allem auf Rechtsaußen Hans Lindberg verlass (acht Treffer).

"Wir machen jetzt hier seit zwölf Jahren Bundesliga-Handball", sagte Füchse-Manager Bob Hanning, gleichzeitig Verbandsvize beim Deutschen Handball-Bund, dem Tagesspiegel: "Aber das war eine der besten Leistungen in dieser Zeit, ein ganz großes Spiel von uns." Die Füchse sind mit 47:13 Punkten Tabellendritter hinter den Löwen (50:10) und der SG Flensburg-Handewitt (50:12).

"Wir haben es immer noch selbst in der Hand", sagte Löwen-Mittelmann Hendrik Pekeler. Nach der Partie beim HC Erlangen am kommenden Sonntag spielen die Mannheimer noch dreimal in der eigenen Halle. Das Saisonfinale steigt am 3. Juni gegen den SC DHfK Leipzig. "Diese Niederlage wirft uns nicht um", sagte Sportchef Oliver Roggisch dem Mannheimer Morgen: "Schon in Erlangen werden wir ein ganz anderes Gesicht zeigen."

sid

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Kiel entfernt Foto von Vereinslegende nach Vertragsstreitigkeiten aus dem Stadion
Kiel entfernt Foto von Vereinslegende nach Vertragsstreitigkeiten aus dem Stadion
Fans und DHB in Sorge: Handballern droht bei Heim-WM ein TV-Blackout
Fans und DHB in Sorge: Handballern droht bei Heim-WM ein TV-Blackout

Kommentare