Vor Dänemark-Match

Siegen oder fliegen: Biegler drückt vor Achtelfinale Reset-Knopf

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Michael Biegler, Trainer der DHB-Frauen. 

Nach der herben Niederlage gegen die Niederlande richteten die deutschen Handballerinnen ihren Fokus sofort auf das Achtelfinale am Sonntag.

Der verspielte Gruppensieg? Kein Thema mehr. Der schwache Auftritt gegen den Vize-Weltmeister? Abgehakt. Nach der bitteren Lehrstunde gegen die Niederlande drückte Michael Biegler ganz schnell den Reset-Knopf. Der Bundestrainer der deutschen Handballerinnen weiß: Im Achtelfinale steht nicht weniger als der Erfolg des 20-monatigen WM-Projektes auf dem Spiel. Siegen oder fliegen lautet das Motto!

"Da geht es um alles", sagte Biegler vor der Partie am Sonntag (20.30 Uhr/Sport1) gegen Dänemark. Egal, was in der Vorrunde passiert sei, "jetzt fängt die ganze WM von vorne an. Das wäre auch bei einem Sieg gegen Holland der Fall gewesen."

Biegler weiß nur zu gut, wovon er spricht. Als Nationaltrainer der polnischen Männer beendete er die WM-Vorrunde 2015 auf dem dritten Platz - nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der K.o.-Phase sprang am Ende die Bronzemedaille heraus.

Dicker Brocken mit EM-Vierten Dänemark

Doch mit dem EM-Vierten Dänemark wartet schon am Sonntag ein ziemlich dicker Brocken. Im letzten Pflichtspiel der beiden Teams unterlag die deutsche Mannschaft im WM-Viertelfinale 2013 mit 28:31, ein Freundschaftsspiel im Juni gewannen DHB-Kapitänin Anna Loerper und Co. 22:17. "Das ist in jedem Fall keine leichte Aufgabe", sagte DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld: "Wir müssen schnell aus dem Spiel gegen die Niederlande lernen und gegen Dänemark eine Reaktion zeigen."

Mit ernster Miene, aber neuem Mut kletterten Bieglers "Ladies" am Samstagmittag bei leichtem Schneetreiben in den Teambus gen Magdeburg. "Wir hatten schon viele Rückschläge und sind jedes Mal stärker zurückgekommen", sagte Loerper kurz vor der Abfahrt ins neue Quartier: "Deswegen bin ich optimistisch, dass wir das dieses Mal auch hinkriegen."

Zumindest verbal hatten sie den "Totalausfall" (Nadja Mansson) gegen den Nachbarn schnell abgeschüttelt. "Das Turnier fängt jetzt bei Null an", sagte Torhüterin Clara Woltering, die am Freitagabend mit zahlreichen Paraden eine noch höhere Pleite verhindert hatte: "Jetzt gibt es einfach nur Vollgas."

Gegen die Niederländerinnen lief nichts zusammen 

Genau das hatte die deutsche Mannschaft beim 23:31 (10:18) gegen den Vize-Weltmeister besonders im ersten Abschnitt vermissen lassen. Der Angriff fand gegen die aggressive Abwehr des Gegners vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften Arena in Leipzig kaum ein Mittel und produzierte technische Fehler zuhauf. Und selbst in der Abwehr, bislang das Prunkstück des deutschen Spiels, lief kaum etwas zusammen.

"Die Mannschaft hatte in den 20 Monaten unseres Projektes immer mal eine schlechte Halbzeit. Bis jetzt hat sie das immer repariert bekommen", sagte Biegler. Mansson warb dafür, die Negativerfahrungen schnell aus dem Kopf zu verbannen und "mit breiter Brust in das Spiel" zu gehen.

Einer der wenigen Lichtblicke im ansonsten so tristen letzten deutschen Gruppenspiel war Alicia Stolle. Die erst 21 Jahre alte Rückraumspielerin erzielte sechs Treffer im zweiten Abschnitt - und gab sich auch danach als Antreiberin. "Es macht unsere Mannschaft aus, dass wir Dinge ganz schnell abhaken können und nach vorne blicken", sagte Stolle.

Das Team werde "mit einem ganz anderen Auftreten" in das nächste Spiel gehen. "Jetzt ist die K.o.-Phase und da darf man sich so etwas nicht mehr erlauben." Andernfalls könnte der Traum vom Weihnachtsmärchen mit den Medaillenspielen am 3. Advent ganz schnell zu Ende sein.

SID

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