Aufstieg des Assad Nouhoum

24-jähriger Schiedsrichter leitet  Landesliga-Begegnungen

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Der 24-jährige Assad Nouhoum

Alles richtig gemacht, Herr Schiedsrichter!“ Der 24-jährige Assad Nouhoum, in der vorletzten Saison noch Landesligaspieler beim SC Oberweikertshofen und zugleich Schiedsrichter für den Dorfverein, legte als Referee eine tadellose Saison hin. Erst im vergangenen Jahr in die Bezirksliga aufgestiegen, gelang dem in der Kreisstadt geborenen Togolesen der „Durchmarsch“. In der neuen Saison leitet der Master-Ingenieurstudent nunmehr Landesliga-Begegnungen.

Oberweikertshofen - „Mir war klar, dass ich neben dem Studium nicht Spielen und auch noch Pfeifen kann“, sagte Nouhoum. „Die Dreifachbelastung war zu viel. Deswegen konzentrierte ich mich vorläufig auf mein Studium und die Schiedsrichterei“, erklärte Nouhoum, der mit dem Fußballspielen beim SCF begann, beim FC Augsburg spielte und noch als Juniorenspieler beim BC Aichach in der Bayernliga-Herrenelf, als auch in der Juniorenelf kickte, bevor er dem Ruf von Uli Bergmann nach Oberweikertshofen folgte. 

Pfeifen statt sich aufzuregen

Vor zehn Jahren legte er in Türkenfeld die Schiri-Prüfung ab, nachdem sein Vater meinte, er solle sich als Spieler nicht immer über die Schiris aufregen, sondern selber mal pfeifen. Als Nouhoum in Augsburg spielte und das Abi in Reichweite kam, geriet das Pfeifen aber zunächst ein wenig in den Hintergrund. Nouhoum glaubt, dass seine Leistung als Unparteiischer auch deshalb von den Spielern und Trainern auf dem Platz anerkannt wird, weil er als aktiver Fußballer die einzelnen Spielsituationen stets richtig einschätzt. „Hast einen super Job gemacht, Schiri“, bekommt Nouhoum nach dem Spiel häufig zu hören. Die Akzeptanz sei einfach höher, so Nouhoum. „Man kennt mich in der Region als höherklassigen Spieler“, das würde honoriert werden. 

„Wenn man Spaß am Pfeifen hat, dann stimmt auch die Leistung“

Rassistisch angegangen wurde der dunkelhäutige Referee bisher nicht. „Ich denke Rassismus gibt es überall, egal, ob du als Spieler oder als Schiedsrichter auf dem Platz stehst.“ Er sei mental so stark, dass er damit kein Problem bekomme, falls etwas vorfallen würde. „Dann setze ich meine mir zur Verfügung stehenden Mittel ein“, meinte Nouhoum und lobte die vom Verband initiierten Aktionen gegen Rassismus. „Ich konzentriere mich auf die 22 Spieler und die Coachingzone, alles andere blende ich während des Spiels aus.“ Über den Durchmarsch in die Landesliga habe er sich sehr gefreut. „Wenn man Spaß am Pfeifen hat, dann stimmt auch die Leistung“ sagt Nouhoum. So möchte der 24-Jährige vorerst das Hobby weiterhin genießen. „Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft meine Leistung bestä- tigen kann. Alles andere kann ich nicht beeinflussen“, meinte er im Hinblick auf eine weitere Karriere als Schiri. Mit Assad Nouhoum stieg, sehr zur Freude auch von Schiedsrichterobmann Christian Erdle (Aufkirchen), der für den TSV Finning pfeifende Fridolin Hiefner in die Landesliga auf. Die Schiedsrichtergruppe FFB/Ammersee verfügt damit erstmals nach Jahren wieder über vier Kollegen, die in der Landesliga pfeifen. Zu den beiden Aufsteigern gesellen sich Benjamin Sölch (Wilting) und Julius Egen-Gödde (Kaufering). 

Dieter Metzler

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