Spendenlauf für die Caritas

Allingerin Anja Kobs und Andreas Brünnert liefen Marathon für guten Zweck

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Landkreis Fürstenfeldbruck - Es war ein außergewöhnliches Marathonrennen, das an der Oberschleißheimer Ruderregatta-Strecke über die Bühne ging. Statt tausender Teilnehmer machten sich nur zwei auf die rund 42,2 Kilometer lange Distanz. Statt unzähliger Zuschauer verfolgte nur ein halbes Dutzend Fans das spannende Geschehen.

Die frühere Duathlon-Vizeweltmeisterin Anja Kobs und der Deutsche M35-5000-Meter-Meister Andreas Brünnert bestritten gemeinsam den #StayAtHome-Marathon des Hannover-Marathons, der zeitgleich eigentlich hätte stattfinden sollen, aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Die Ausdauerspezialistin hatte ihr Rennen zudem zu einer Benefiz-Veranstaltung erklärt und um Spenden zugunsten des ambulanten Hospiz- und Palliativdiensts der Fürstenfeldbrucker Caritas gebeten. Kobs war als Wettkämpferin gemeldet, Brünnert fungierte als ihr „Hase“, also als Tempomacher und Windbrecher. Wie schon beim Pfaffenhofener Silvesterlauf 2019, als Kobs den Frauen-Wettbewerb mit großen Vorsprung gewann, im Windschatten ihres Laufpartners (wir berichteten damals). An der olympischen Ruderregatta-Strecke eintrafen, änderten sie kurzfristig die Laufstrategie: Brünnert lief nur die ersten Runden vorne weg, anschließend beschränkte er sich darauf, Kobs auf der Tribünen-Geraden zu ziehen. 

Der Grund: Dort wehte der Sportlerin ein merklicher Gegenwind ins Gesicht. Für Brünnert wurde die Aufgabe damit nicht einfacher. Im Gegenteil: Am Ende der rund zwei Kilometer langen Geraden musste er abbremsen und umgehend zurück spurten, um Kobs am anderen Ende des Sees wieder abzuholen. Die Strategie ging auf: Kobs passierte die Hälfte der Distanz nach 1:29:28 Stunden. In der zweiten Hälfte legte die gebürtige Bruckerin noch einen Schritt, so dass sie nach 2:58:40 Stunden im Ziel ankam – eine neue persönliche Bestzeit, erstmals unter der magischen Drei-Stunden-Marke. „Zum Schluss musste ich aber ganz schön beißen“, gestand Kobs später. 

Unter den Zuschauern fanden sich nicht nur ihre Eltern, sondern Monika Keck, die Leiterin des ambulanten Hospiz- und Palliativdiensts der Brucker Caritas. Kobs ist als ehrenamtliche Sterbebegleiterin bei der Caritas tätig. Während der Coronakrise kann das Caritas-Team die Sterbenden nicht unterstützen und deren Familien nicht trösten. „Uns fehlt die Schutzkleidung“, berichtete Keck. Umso dankbarer ist sie für Kobs‘ Aktion. Wer einen Betrag spenden will, findet die Kontodaten auf www.anjakobs.eu.

Horst Kramer

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