Kobs läuft sich in Weltspitze

Allingerin schafft beim Wings for Life-Rennen mehr als 
43 Kilometer in knapp 3:09 Stunden

Bei glühender Hitze unterwegs: Anja Kobs und ihre Unterstützer Manja Kunz und Andreas Brünnert. Dahinter zwei Kameraleute von DropIn TV.
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Bei glühender Hitze unterwegs: Anja Kobs und ihre Unterstützer Manja Kunz (auf dem Rad, links) und Andreas Brünnert. Dahinter zwei Kameraleute von DropIn TV.

Alling – Nach 43,16 Kilometern war es soweit: Anja Kobs wurde überholt. Nicht von einer anderen Läuferin oder einem Läufer, sondern von einem virtuellen Fahrzeug, einem „Race Car“, das auf der App des weltweiten Benefizlaufevents „Wings for Life“ von Red Bull zu sehen und zu hören war. Kobs trudelte noch einige Meter aus und sank ins Gras neben der Tribüne der Ruderregattastrecke bei Oberschleißheim. Sie wusste zu diesem Zeitpunkt schon, dass sie eines ihrer großen Ziele erreicht hatte:

Sich als Sechste in die Top Ten der globalen Frauenwertung zu schieben. Genau 184.236 Sportler nahmen am zweiten Maisonntag an dem Event teil, von Japan bis Chile, von Australien bis Kanada, davon fast die Hälfte Frauen.

Kurz darauf erfuhr die Allingerin von ihrem zweiten Erfolg: Sie war die beste Deutsche des Rennens. Mit einer Zeit von 3:08:54 Stunden. Obwohl die Temperaturen beim Start um 13 Uhr bei mehr als 30 Grad Celsius lagen und bis 16 Uhr nur unwesentlich gesunken waren. Mehr als 200 Sportlerinnen und Sportler aus München und den umliegenden Landkreisen hatten sich genau diesen Kurs ausgesucht, um mit ihren Startgeldern Geld für die Rückenmarksforschung zu spenden – insgesamt beeindruckende 4,1 Millionen Euro! Zudem waren zahlreiche skatende, radelnde oder Erholung suchende Menschen auf dem Gelände unterwegs. Insgesamt vermutlich deutlich mehr als eintausend.

Anja Kobs ließ sich von dem Trubel nicht stören. Sie war fokussiert und wurde unterstützt von ihrer Freundin Manja Kunz und deren Mann Helmut als Begleitradler sowie dem Münchner Topläufer Andreas Brünnert, der wieder einmal den „Hasen“ gab. Klar, dass auch Kobs‘ Eltern und einige Freunde vor Ort waren.

Bestens austrainiert und willensstark

Die Extremsportlerin wollte eigentlich 47 Kilometer in einem Tempo von 4:14 Minuten pro Kilometer abspulen. „Doch bei diesen Bedingungen war das nicht möglich“, erzählt Kobs. Zumal ihre Laufuhr ihr schon nach sechs Kilometern eine Herzfrequenz von 170 anzeigte. Doch die 44-Jährige ist bestens austrainiert und extrem willensstark. „Ich weiß nicht genau wie, aber irgendwie habe ich es geschafft!“, schmunzelt sie. Ihre Halbmarathondurchgangszeit lag bei 1:28 Stunden, ihre Marathonzeit war 3:05 Stunden.

Dass sie bis 43,16 Kilometer durchhielt, zahlte sich aus: Die zweitbeste Deutsche, die Kölnerin Sabine Burgdorf, wurde nach 42,5 Kilometern vom „Racecar“ eingeholt. Zur Weltsiegerin wurde die US-Läuferin Nina Zarina gekürt, die 60,1 Kilometer schaffte. Nur drei Männer kamen weiter, darunter der Münsteraner David Schönherr, der mit 62,4 Kilometer Dritter wurde. Gesamtsieger wurde der Schwede Aron Anderson mit 66,8 Kilometer. Der Inzeller Florian Neuschwander, der sich Hoffnungen auf den Deutschland- wie Weltsieg ausgerechnet hatte und wie Kobs rund um den Regattakurs unterwegs war, wurde Weltsiebter und Deutschlandzweiter mit 57,1 Kilometer.

Zur Belohnung ein Sprung ins kühlende Nass: Anja Kobs.

Kobs und Neuschwander wurden von zwei Teams des Münchner Studios DropIn TV begleitet, die das Rennen im Auftrag von Red Bull live im Internet zeigten. Nach dem Rennen belohnte sich Anja Kobs mit einem Sprung in das kühle Regatta-Gewässert. Weitere Informationen unter www.wingsforlifeworldrun.com und www.anjakobs.eu.

Kramer

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