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Assad Nouhoum vom SC Oberweikertshofen pfeift ab der nächsten Saison in der 3. Liga

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Von: Dieter Metzler

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Ab der Saison 2022/23 pfeift Assad Nouhoum als Schiedsrichter in der 3. Liga.
Ab der Saison 2022/23 pfeift Assad Nouhoum als Schiedsrichter in der 3. Liga. © Metzler

Fürstenfeldbruck – Soweit hat es bisher noch kein Schiedsrichter der Schiedsrichtergruppe Ammersee/Fürstenfeldbruck gebracht: Assad Nouhoum vom SC Oberweikertshofen ist in der deutschen Profiliga angekommen. Ab der Saison 2022/23 leitet Nouhoum Spiele der 3. Liga. Für den 28-jährigen Ingenieur ist der Aufstieg in die DFB-Spielklasse ein weiterer Höhepunkt in seiner bisher rasant verlaufenen Karriere. Nouhoum konnte in der zurückliegenden Spielzeit mit herausragenden Leistungen die Verantwortlichen des DFB und BFV überzeugen und diese mit dem verdienten Aufstieg krönen.

Natürlich wisse man, dass man eine gute Saison gepfiffen habe, erzählt der gebürtige Brucker mit togoischen Wurzeln. Aber was letztlich dabei herumkommt, dass wisse man natürlich am Ende nicht. Als er dann am Montag die Nachricht erhielt, dass er nach nur einer Saison Regionalliga-Schiri erneut den Aufstieg gepackt hat, da machte sich „pure Freude bei mir breit.“

Man darf gespannt sein, wo sein Sieges- und Aufstiegszug noch hinführt. „Viele haben mir das zugetraut“, erzählt Nouhoum, der von der Kreisliga bis zur 3. Liga durchmarschiert ist. „Wenn mir allerdings das einer zu meiner aktiven Zeit prophezeit hätte, als ich noch Fußball gespielt und gepfiffen habe, hätte ich es nicht geglaubt.“ Im Nachhinein betrachtet, muss er feststellen, dass er damals den richtigen Weg eingeschlagen habe, als er aus seinen Fußballstiefeln als junger Bayern- und Landesliga-Spieler in die Schiri-Schuhe geschlüpft sei. „Als Schiedsrichter hat mir dabei sicherlich geholfen, dass ich auch im höheren Amateurbereich gespielt habe“, glaubt Nouhoum.

Einziger Aufsteiger aus Bayern

Jetzt freue er sich wahnsinnig auf die neue Herausforderung. Von den insgesamt 24 Dritt-Liga-Schiris ist Nouhoum einer von vieren, die aus Bayern stammen. In dieser Saison ist er der einzige Aufsteiger aus Bayern. Auf die Frage, ob er die Karriereleiter noch weiter erklimmen werde, erwiderte Nouhoum bescheiden: „Das musst du andere fragen. Ich bin mit Leidenschaft Schiedsrichter und versuche, stets mein Bestes zu geben.“

Ganz wichtig sei es, dass der Beruf und die Schiedsrichterei nebeneinander funktionieren und der Arbeitgeber der Sache positiv gegenübersteht. Last but not least muss auch die Familie mitspielen. „Eigentlich fehlen einem da die Worte“, sagte sein zuständiger Schiri-Obmann Christian Erdle (Aufkirchen) nach dem erneuten Durchmarsch von Nouhoum. „Eine wirklich herausragende Leistung. Assad ist das Aushängeschild unserer Schiedsrichtergruppe. Und was für mich dabei am allermeisten zählt: Assad ist auf dem Boden geblieben, ist in der Gruppe integriert, geht auf andere Schiedsrichter zu, nimmt sich Zeit. Und wenn du mit ihm sprichst, wirst du die Herzlichkeit des Menschen Assad spüren.“ Natürlich sei die Schiri-Gruppe stolz, eine solche Persönlichkeit in ihren Reihen zu haben. Das hat von den Ammerseern bislang noch niemand geschafft. Und auch das sei bemerkenswert, so Erdle. „Assad wird am Ehrungsabend am 1. Juli erst für zehn Jahre Schiedsrichter geehrt.“

Als ehemaliger Spieler kennt Nouhoum auch die Seite des Spielers

Glückwünsche erhielt Nouhoum auch vom SCO-Präsidenten Sepp Kraut. Und Weikertshofens Fußball-Manager Uli Bergmann meinte, wichtig sei für die tolle Karriere, dass sich Assad damals für eine Sache, nämlich die Pfeiferei und gegen das Fußballspielen, entschieden habe. „Mit seiner ruhigen Art auf dem Platz und bei Situationen sofort richtig zu entscheiden, damit hat sich Assad viel Respekt verschafft. Als ehemaliger Spieler kennt er halt auch die Seite des Spielers bestens, was ein großer Vorteil ist.“ 

Metzler

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