Der Oberbürgermeister 

Brucker Handballer steigen nach 28 Jahren wieder in die 2. Bundesliga auf

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Wann werden die TuS-Handballfans wieder so jubeln dürfen in der Wittelsbacherhalle?

Fürstenfeldbruck - Nach 28 Jahren wurde der Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga nach 1992 für die Handballer des TuS heuer zum zweiten Mal wahr. „Dazu kann man der Mannschaft, den Trainern und allen im Umfeld tätigen Helfern nur ganz herzlich gratulieren“, sagt Brucks Oberbürgermeister Erich Raff. Als früherer langjähriger Abteilungsleiter und Manager der Brucker Panther hängt der OB immer noch mit viel Herzblut an „seinen“ Handballern.

Wäre das Coronavirus nicht dazwischen gekommen, so hätte sich der Erfolg von damals heuer auf den Tag genau wiederholen können, meinte Raff. Doch im Gegensatz zu 1992 fehlen aufgrund der Pandemie diesmal die direkten Vergleiche um den Aufstieg. So war vor 28 Jahren der TSV Oftersheim der Gegner in den beiden Aufstiegsspielen und diesmal wäre es der Wilhelmshavener HV gewesen, wenn Corona nicht dazwischen gekommen wäre. „Die Spiele hätten den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte erst so richtig zu einem Erfolgserlebnis werden lassen“, vergleicht der ehemalige Abteilungsleiter die Erfolge von damals und heute.

Aufstieg war lange geplant

Trotz der fehlenden Aufstiegsspiele stuft Raff den diesjährigen Erfolg höher ein, als den vor 28 Jahren. Bei beiden Erfolgen sieht Raff allerdings eine fünfjährige Vorlaufzeit. Vor allem die Verpflichtung von Peter Feddern als Trainer war 1987 für den damaligen Landesliga-Absteiger ein echter Glücksfall. Feddern führte die fünftklassigen TuS-Handballer direkt wieder zurück in die Bayernliga, schaffte den Aufstieg in die Regionalliga und setzte sich letztlich bei seinem Weg in die 2. Bundesliga gegen einigen Widerstand im TuS-Präsidium und der Abteilungsleitung durch. Standen anfangs bis auf Charly Schulz mit Michael Wisdorf, Lars-Hendrik Walther, Ralf Tessmann, Thorsten Kellermann und Siegfried Wesinger, um nur einige zu nennen, fast ausschließlich Eigengewächse im Team, so verpflichtete der TuS nun auch vermehrt auswärtige Spieler wie Martin Vogel vom TSV München-Ost und Max Gutsche vom TSV Allach. Beide spielten eine dominierende Rolle im TuS-Team. Mit dem ehemaligen jugoslawischen Nationalspieler Stjepan Obran verpflichtete der TuS damals sogar den ersten und bisher einzigen Profispieler. Noch gut erinnert sich Raff an das dramatische entscheidende Spiel um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Vor 1.000 Zuschauern siegten die Brucker in der Wittelsbacherhalle 14 Sekunden vor Schluss mit 18:16-Toren. Aufgrund der Auswärtstorregelung, man hatte das Hinspiel in Oftersheim mit 18:20 verloren, reichte der Erfolg zum Aufstieg. 

Aufstieg 1992 stellte Verein vor eine finanzielle Zerreißprobe

Der von Feddern geforderte unbedingte Aufstieg in die 2. Bundesliga stellte den Verein 1991/92 vor eine finanzielle Zerreißprobe. Ein weiteres Jahr in der unattraktiven und teuren Regionalliga hätte der TuS aber vermutlich auch nicht verkraftet. Im Vergleich dazu kann der jetzige Trainer Martin Wild mit relativ bescheidenen Mitteln bereits auf fünf Jahre 3. Liga zurückblicken, ohne Profispieler und Spieler mit internationaler Erfahrung, sondern mit Spielern aus der eigenen Jugend und Talenten aus der Region. 

Nicht einfach in der derzeitigen Situation Sponsoren zu gewinnen

Ein weiterer Unterschied, so Raff, liege darin, dass diesmal mit einer Mannschaft das Ziel 2. Bundesliga erreicht wurde, mit der man vor Beginn der Saison auch mit Platz zwei oder drei zufrieden gewesen wäre. Auch wenn die Handballer in der 3. Liga bewiesen haben, dass sie mit einem kleineren Etat als die anderen Mannschaften gegen die Konkurrenz bestehen können, so werde es in der jetzigen Situation der Corona-Pandemie, in der viele Firmen andere Sorgen haben, nicht einfach, Sponsoren zu requirieren. Vielleicht hilft den Brucker Panthern dabei, dass sie der einzige Verein in der 2. Bundesliga sind, der jetzt auch zu den etablierten nordbayerischen Vereinen gehört, die Bayern bisher in der 1. und 2. Liga vertreten haben. 

Dieter Metzler

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