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SC Olching Trainer Buch: »Es funktioniert nur mit Leidenschaft und Hingabe«

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Von: Hans Kürzl

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Cheftrainer Martin Buch (rechts) und Co-Trainer Bernhard Dehmel.
Cheftrainer Martin Buch (rechts) und Co-Trainer Bernhard Dehmel. © Kürzl

Olching – Cheftrainer beim SC Olching Martin Buch redet im Interview mit dem Kreisbote über Saison-Vorbereitungen, Neuzugänge, den Dreiklassen-Unterschied und die Ziele des Vereins.

KB: Herr Buch, wenn die Generalprobe gelungen ist (4:2 beim Bezirksligisten FC Schwabing - Anm.d.Red.) sollte man doch jeden Aberglauben beiseite schieben können?

Martin Buch: Hallo, für Aberglaube habe ich im Allgemeinen nicht viel übrig. Ich finde, dass meine Jungs in diesem Spiel ihre Sache insgesamt ganz gut gemacht haben. Klar gibt es noch Luft nach oben, denn ich erwarte mir auch bei einem Stand von 4:1 eine glasklare Linie. Wir haben zu Beginn einige Chancen nicht verwertet und in der zweiten Halbzeit dann nicht mit letzter Konsequenz verteidigt. Daran wollen wir weiter arbeiten.

Wie ist die Vorbereitung insgesamt gelaufen?

Mit der Vorbereitung bin ich in der Summe sehr zufrieden. Corona hat zwar die Dinge einige Male verkompliziert, aber als Team haben wir auch diese Herausforderung angenommen. So sind nicht alle Corona-Erkrankten wieder komplett fit und zusätzlich hat uns das Verletzungspech in den beiden letzten Wochen eingeholt. Dass die Mannschaft aber auf jeden Fall eine tolle Moral hat, zeigt die hohe Trainingsbeteiligung.

Wie hat die Mannschaft mitgezogen – auch bei den taktischen Variationen, die man einstudiert hat?

Gut und sehr professionell.

Ein paar Worte zu den Neuzugängen, die für den Landesligakader vorgesehen sind...

Die Neuzugänge machen alle einen sehr willigen Eindruck. Ob es am Ende auch für den Kader reicht, liegt natürlich an den individuellen Leistungen in den nächsten Wochen.

In fast jedem Spiel hat Sebastian Heiß getroffen. Eine neue Alternative für mehr Torgefahr?

Inwiefern neu? Heiß ist bereits seit Anfang der Saison bei uns. Er hatte leider zu Beginn mit kleineren Rückschlägen zu kämpfen, ist aber jetzt glücklicherweise fit und verletzungsfrei. Ich glaube ohnehin, dass unsere Systemvariationen allen helfen werden. Alleine auf Heiss zu schauen wäre aber nicht fair. Auch ein Dominik Dierich oder Martin Held arbeiten enorm für die Mannschaft.

Ist der SV Mering (Heimspiel-Gegner am Samstag um 14 Uhr) Maßstab, wie der Rest der Saison laufen kann?

Nein, von einem Spiel auf eine ganze Rückrunde zu schließen wäre meiner Meinung nach zu kurz gegriffen. Aber natürlich sind wir, also die Jungs und ich, heiß drauf, dass es endlich weitergeht.

Inwieweit werden die Corona-Pandemie und die Regelungen des Verbandes die laufende Saison beeinflussen? 

Die Regelungen sind klar, wenn auch nicht immer sofort nachvollziehbar. Wir müssen diese natürlich akzeptieren, egal ob wir sie für sinnvoll halten. Amateursport ohne Fans ist für viele frustrierend. Gerade diejenigen, die jahrelang für die Vereine die Knochen hingehalten haben oder ehrenamtlich tätig waren und nun nicht am Spielfeldrand mitfiebern dürfen, trifft es in diesem Zusammenhang besonders hart. Wenn man in der Gastro ohne Maske drinnen zusammensitzen darf, dann ist wenig verständlich, dass wir an der frischen Luft mit Maske und Abstand und getestet zu jedem Spiel fahren.

Unabhängig vom Abschneiden des Landesligateams – ist ein Dreiklassen-Unterschied zur zweiten Mannschaft zeitgemäß? Auch im Hinblick auf eine solide Heranführung von Perspektiv- oder Jugendspielern an die Erste?

Naja, wir sind leider nicht bei „Wünsch-dir-was“. Da es mehrere Vereine auch in Regional- oder Bayernliga gibt, bei denen es ähnlich zugeht, muss es wohl zeitgemäß sein. Natürlich wäre es toll, wenn die „Zweite“ höher und unser Ziel ist es natürlich mittelfristig, mit der Zweiten und dem Jugendbereich aufzuschließen.

Die Frage ist aber vielmehr: wie führen wir einen Perspektiv- oder Jugendspieler an die Erste heran? Wir sind jedenfalls aktiv auf die Spieler der U19 zugegangen und haben ihnen vorgestellt, was unsere Pläne mit ihnen sind. Aber auch deren Pläne waren für uns interessant. In diesem Gespräch auf Augenhöhe, welches nebenbei ein toller Erfolg für die Beteiligten war, konnten wir alle etwas mitnehmen.

Schon alleine dieser Austausch zeigt doch, dass der SCO sich Gedanken um die Zukunft macht. Wir dürfen uns trotzdem nichts vormachen: wir sind darauf angewiesen, immer wieder Qualität aus dem Umkreis zu holen, bis die eigene Jugendarbeit Früchte trägt. Das gilt sowohl für die erste wie die zweite Mannschaft.

Wo soll es für den SC Olching hingehen – braver solider Landesligist oder Bock in den Scheinwerfer der Bayernliga zu rücken?

Die Frage mit der Bayernliga kommt ja nicht zum ersten mal. Bock haben wir natürlich, aber wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Das heißt für uns: Klassenerhalt, etablieren, dann schauen wir weiter. Es wäre unseriös auf Platz zwölf zu stehen und über die Bayernliga zu sprechen.

Wir wollen so schnell wie möglich da unten raus. Das funktioniert nur mit Leidenschaft, Einsatz sowie Hingabe für den Sport und Cleverness auf dem Platz. Und nicht indem man mit einem Auge schon in die Bayernliga schielt. Besinnen wir uns also bitte alle auf das Wesentliche und freuen uns auf die restliche Saison. Attacke!

Das Interview führte: Hans Kürzl 

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