Überraschender 8:1-Kantersieg über Tabellenführer Landsberg sichert Bruck den Klassenerhalt Fürstenfeldbruck

Eishockey: Wunder gibt es immer wieder

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Brucks Sven Mönch bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0

Fürstenfeldbruck – Mit einem 8:1 (2:0, 4:1, 2:0) fegten die Brucker am 23. Februar den Landesliga-Tabellenführer und bereits für die Aufstiegsrunde qualifizierten HC Landsberg vor 200 Zuschauern aus dem Brucker Freiluftstadion. „Wenn die Mannschaft so die gesamte Saison gespielt hätte, dann hätten wir alle nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern müssen“, meinte ein durch die Leistung am letzten Spieltag der laufenden Saison wieder versöhnter Anhänger.

Der Sieg bewahrte die Kreisstädter vor einem historischen Abstieg, denn noch nie in der über 50-jährigen Vereinsgeschichte hat die erste Mannschaft tiefer als in der Landesliga gespielt. Nachdem der Tabellenvorletzte Riessersee drei Punkte am grünen Tisch zugesprochen erhielt und anschließend sein letztes Saisonspiel gegen Kempten gewann, die Brucker aber zur gleichen Zeit ihre Begegnung in Bad Wörishofen mit 3:7 verloren, standen beide Mannschaften plötzlich punktgleich mit 29 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Da auch der direkte Vergleich mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage und auch noch das Torverhältnis mit 7:7-Toren ausgeglichen war, entschied die um zwei Tore bessere Tordifferenz der Brucker gegenüber Riessersee darüber, dass sich die Brucker auf dem ersten Nichtabstiegsplatz befanden. Gegen Landsberg benötigten die Brucker eine knappe Niederlage mit nur einem Tor Unterschied, besser wäre natürlich ein Sieg. Mit einem engagierten Auftritt, scheinbar war den Bruckern von Beginn des Spiels an der Ernst der Lage endlich klar, ließen sie den mit vielen Nachwuchs-Bundesliga-Spielern angetretenen Landkreisnachbarn nicht zur Entfaltung kommen. Ein 5:3-Überzahlspiel bescherte der Mannschaft von Trainer Stefan Melcher durch Lorenz Dichtl die Führung, die Patrick McGehee in der 13. Minute auf 2:0 erhöhte. Im Mittelabschnitt war noch keine Minute gespielt, da erhöhte McGehee auf 3:0 und Sven Mönch traf zum 4:0. Unrühmlicher Abgang von Benni Hildebrandt in seinem letzten Spiel, als er nach einem hohen Stock vom Referee eine Fünf-Minuten plus Spieldauerstrafe erhielt. Die Brucker überstanden die fünf Minuten in Unterzahl gut. Sie mussten zwar das 4:1 hinnehmen, aber ihnen gelang auch in Unterzahl durch Philipp Weishaupt das 5:1. 

Als dann auch noch Andreas Killian das Ergebnis auf 6:1 schraubte, glaubte niemand im Stadion mehr, dass die Brucker das Spiel nochmals aus der Hand geben würden. Im Schlussdrittel erhöhte zunächst Weishaupt auf 7:1 und den Ihr „zweites Gesicht“ zeigten die Brucker allerdings zwei Tage zuvor, als sie in Bad Wörishofen antraten. Vor knapp 50 Zuschauern lieferte der EVF eine indiskutable Leistung ab. „Die Mannschaft war restlos überfordert“, stellte Pressesprecher Gerhard Sontowski fest. „Da war überhaupt kein System zu erkennen, ein undisziplinierter Haufen, der sich weit weg von seinem Können präsentierte.“ Zwar gingen die Brucker in Wörishofen durch Markus Pasterny mit 1:0 in Führung, aber bis zum Ende des zweiten Drittels sahen sich die Brucker einem 2:7-Rückstand hinterherlaufen. Zwischendurch hatte Andreas Killian den zweiten Brucker Treffer erzielt. Erst im Schlussdrittel, als Wörishofen im Angesicht des klaren Sieges einen Gang zurückschaltete, gelang Bruck durch Lorenz Dichtl der dritte Treffer zum 3:7-Endstand. Nach dem grandiosen Kantersieg der Brucker über Landsberg wurde der Klassenerhalt somit im letzten Saisonspiel wieder einmal eingefahren. 

Dieter Metzler

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