Wanderers in Germering  können Posten mangels Kandidaten und Helfer nicht besetzen 

Eishockey-Verein gehen die Helfer aus 

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Germering – Die Vorstandsmitglieder des Eishockeyvereins Wanderers suchen dringend Helfer:  Zu wenig ehrenamtliche Helfer, kein sportlicher Leiter und kein Vizepräsident: Wegen des fehlenden Engagements im Verein denken Präsident Uwe Haulitschek und sein Vorstandsteam darüber nach, sich im kommenden Wahl nicht mehr zur Wahl zu stellen. Dann könnte sogar die Auflösung des Vereins drohen. 

 Ursprünglich sollte bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Posten des 2. Vorsitzenden neu besetzt werden, nachdem Christian Weser im vergangenen Jahr wenige Wochen nach seiner Wahl zurückgetreten war. Doch weder konnte Haulitschek in den Wochen vor der Nachwahl einen Kandidaten finden, noch stellte sich in der Versammlung jemand zur Verfügung. Auch den Posten eines sportlichen Leiters können die Wanderers derzeit nicht besetzen. Darüber hinaus werden dringend Helfer rund um den Spielbetrieb gesucht, zum Beispiel Betreuer für die Mannschaft. „Wir sind am Limit“, sagte Haulitschek über die Belastung der verbliebenen Vorstandsmitglieder – neben ihm noch der dritte Vorsitzende Andreas Fallwicki, Finanzchefin Silvia Sohr und Pressesprecher Markus Degenhardt. „Unter diesen Bedingungen werden wir nicht mehr kandidieren“, erklärte Haulitschek mit Blick auf die im nächsten Jahr wieder anstehenden regulären Vorstandswahlen. Sollten sich bis dahin keine Helfer oder ein neues Team fürs Präsidium finden, könnte das im schlimmsten Fall sogar in der Auflösung der Wanderers gipfeln. 

„Dann steht der Verein Spitz auf Knopf“, so Haulitschek. Dabei ist derzeit gerade die Jugendarbeit der Wanderers auf einem guten Weg. Bis auf die Knaben, die in der Landesliga spielen, treten alle Nachwuchsteams in der Bayernliga an. Das entspricht der Philosophie Haulitscheks, der „keine Seniorenmannschaft zusammenkaufen, sondern mit gute Nachwuchsarbeit den Unterbau stärken“ will. Deshalb hat man auch fast 6000 Euro in die Hand genommen, um eine U23-Mannschaft zu stellen. Die geht künftig in der neuen Förderliga an den Start, die die Junioren-Bayernliga ersetzt. Diese wurde aufgelöst, nachdem einige etablierte Vereine keine Juniorenmannschaft mehr stellen. Dass die Wanderers verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen und dafür den in der Jugendarbeit erfahrenen Alfred Weindl als Trainer für die Bayernligatruppe engagiert haben, ist auch den Finanzen geschuldet. Der Etat der Wanderers bewegt sich laut Haulitschek in einem Bereich von 230.000 bis 260.000 Euro, wovon zwischen 90.000 und 120.000 Euro auf die erste Mannschaft entfallen. Damit sind die Wanderers quasi die arme Kirchenmaus der Bayernliga. Laut Wanderers-Chef liegt der Mannschaftsetat in dieser Spielklasse im Schnitt bei rund 250.000 Euro. „Bei den Spitzenteams sind auch 455.000 Euro keine Seltenheit.“ Ein Wettrüsten, bei dem die Wanderers nicht mitmachen können und wollen. Deshalb ist das Ziel für die kommende Spielzeit wieder der Klassenerhalt. Heimlich schielt man aber auch ein wenig in Richtung Platz zehn, der zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen würde. 

Andreas Daschner

 

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